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Gardelegen: Es war einmal ein Backhaus

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Von: Stefan Schmidt

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Gebäude wird abgerissen
Das Backhaus ist nun verschwunden © Stefan Schmidt

Nach einer Woche Abrissarbeiten ist das Back- und Bethaus verschwunden.

Gardelegen – „Sollten wir von der Staatsanwaltschaft irgendwann tatsächlich Post erhalten“, sagt Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher in ruhigem Ton, „dann werden wir darauf natürlich reagieren.“

Anlass ist der nun nahezu vollendete Abriss des Back- und Bethauses im Innenhof des großen Hospitals an der Philipp-Müller-Straße in Gardelegen, der am vergangenen Donnerstag begann. Nach nun einer Woche ist das Gebäude verschwunden, der Schutt abgefahren. Was noch fehlt, ist die Abdeckung des historischen Backofens im Erdreich des einstigen Gebäudes. Auf Vorwürfe des Vereins „Freundeskreis des großen Hospitals zu Gardelegen“, der aus der vorherigen Backhaus-Bürgerinitiative hervorgegangen ist und deren Sprecher unter anderem von „Korruption“, „Vorteilsnahme“ sowie „Arbeitsverweigerung“ diverser an der erteilten Abrissgenehmigung beteiligter Behörden – vom Landesverwaltungsamt bis zur Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) – sprechen, reagiert Mandy Schumacher gelassen. Ebenso, was die am Tag nach Abrissbeginn gestellten Strafanzeigen gegen diese Behörden angeht. Mandy Schumacher ist nicht nur Gardelegens Bürgermeisterin, sondern auch Aufsichtsratsvorsitzende bei der Wobau und als Bürgermeisterin auch automatisch Vorsitzende des Stiftungsrates der Vereinigten Hospitalsstiftung, der das Back- und Bethaus gehörte. Juristisch gegen die vom Verein erhobenen Vorwürfe werde man nicht vorgehen, erklärt Mandy Schumacher auf Anfrage der Altmark-Zeitung. Obwohl man über einen solchen Schritt durchaus nachgedacht habe, sagt sie. Mandy Schumacher hat Jura studiert und arbeitete danach jahrelang als Rechtsanwältin. Juristisch sei der Sachverhalt rund um den Abriss abgesichert, erklärt sie. „Wir haben definitiv nichts getan, was einen Straftatbestand rechtfertigen würde“, sieht sie sich rechtlich auf der sicheren Seite.

Kontakt zu den Abrissgegnern gebe es seit geraumer Zeit nicht mehr, erklärt sie außerdem. „Von den Strafanzeigen gegen uns haben wir aus den Medien erfahren.“

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