Baustopp für den Palmensaal

Denkmalschutzbehörde bremst Eigentümer des Gardelegener Bahnhofs aus

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Abrupt gestoppt wurden die Bauarbeiten in der vergangenen Woche. Denn es lag kein Okay der Denkmalschutzbehörde vor, bei er auch nichts beantragt wurde.

Gardelegen – Er war einstmals Gardelegens wohl schönster Saal. Legendäre Tanzveranstaltungen fanden im Anbau am Gardelegener Bahnhof statt. Manch älterer Gardelegener schwärmt noch heute von der einzigartigen Stimmung und der tollen Atmosphäre im Palmensaal.

Doch das ist längst Geschichte. Der denkmalgeschützte Anbau, Teil des Einzeldenkmals Bahnhofsgebäude, steht seit vielen Jahren leer und verkommt immer mehr.

Letztmalig öffnete der Palmensaal am „Tag des offenen Denkmals“ im September 2009, also vor fast einem Jahrzehnt, die Pforten für die Öffentlichkeit. Seitdem ist der Saal mit einem Bretterverschlag vor den Blicken von Neugierigen abgeriegelt. Dazu sind viele der Fensterscheiben zerstört.

In der vorvergangenen Woche dann ein anderes Bild: Bauarbeiter werkelten im Palmensaal. Das sah sogar Landes-Bauminister Thomas Webel bei seinem Gardelegen-Besuch am 16. Mai.

Vor zehn Jahren, zum Denkmalstag im September 2009, war der Palmensaal letztmalig öffentlich zugänglich.

Wie Amanda Hasenfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, auf Anfrage der Altmark-Zeitung mitteilt, sei der Kreis am 22. Mai telefonisch über die dortige Bautätigkeit informiert worden. „Es liegt weder ein Antrag auf Baugenehmigung noch ein Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung vor“, heißt es vom Kreis weiter. Also wurde „die Eigentümerin des Bahnhofs, eine Firma aus Saarbrücken, noch am gleichen Tag aufgefordert, die Arbeiten umgehend einzustellen.“ Das sei dann auch geschehen.

Seitdem ist die untere Fensterfront des Palmensaals wieder zugenagelt und ist der Saal wieder in seinen Dornröschenschlaf zurückgekehrt. Immerhin: In wenigen Tagen gibt es einen Vor-Ort-Termin mit dem Pächter des Bahnhofs und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

VON STEFAN SCHMIDT

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