„Das Gespräch mit Oma Erna“

Polizeichef Sebastian Heutig zieht erste Bilanz des Einsatzes von Regionalbereichsbeamten

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Sebastian Heutig (v. l.) zeigte dem innenpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben, Polizeipräsident Andreas Schomaker und dem Landtagsabgeordneten Jürgen Barth die Wache in Gardelegen, in der gestern André Büttner seinen Dienst versah.

Gardelegen. 170 Polizeibeamte arbeiten im Altmarkkreis Salzwedel. Darunter in jeder politischen Kommune auch jeweils zwei so genannte Regionalbereichsbeamte, die Quasi-Wiederbelebung des zu DDR-Zeiten tätigen ABV (Abschnittsbevollmächtigten).

Über denen Arbeit informierten sich gestern der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Barth und der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben, bei einem Besuch im Revierkommissariat Gardelegen. Dort berichtete der Leiter der Polizei im Altmarkkreis Salzwedel, Sebastian Heutig, über das Aufgabenfeld sowie die Akzeptanz der Regionalbereichsbeamten.

„Wir bekommen bisweilen verstörte Anrufe, ob im Dorf etwas Schlimmes passiert sei“, erzählte Sebastian Heutig mit einem Grinsen. Des Rätsels Lösung: Die Regionalbereichsbeamten machen zu Fuß Streifendienst. Und dann werde mal die Gardine beiseite geschoben und verwundert geguckt, was denn die Polizei in dem kleinen Dorf so tue.

Der Wiedererkennungseffekt sei bei der Polizeiarbeit sehr wichtig, betont Andreas Heutig. So kämen zu den Sprechstunden der Regionalbereichsbeamten auch mal Menschen, die eine Anzeige aufgeben wollen und dies nicht anonym per Telefon erledigen wollen, sondern stattdessen den persönlichen Kontakt zum Gegenüber suchen. „Wir haben mehr Leute auf der Straße als zuvor“, so lautet die Bilanz von Heutig, der seit Jahresbeginn Leiter der Polizei in der westlichen Altmark ist. Dieses Gefühl, dass man mehr Uniformierte auf den Straßen sehe, sei auch psychologisch sehr wichtig. Die Bevölkerung müsse merken „dass man einfach da ist.“ Das „Gespräch mit Oma Erna“, das man speziell in kleinen Dörfern abhalte, führe zu einem „subjektiven Sicherheitsgefühl“, konstatiert Sebastian Heutig.

Und noch etwas sei auffällig, seitdem die Regionalbereichsbeamten mehr auf die Bevölkerung zugehen würden. „Die Polizei wird mehr thematisiert, man spricht darüber – auch mit den Eltern“, nannte er ein Beispiel. Seitdem die Regionalbereichsbeamten vermehrt in Kindereinrichtungen präsent seien, habe die Zahl der eingesandten Zeichnungen für Malwettbewerbe zum Thema Polizei und Straßenverkehr deutlich zugenommen. Dies sei ein Zeichen, dass sich speziell der Nachwuchs mehr als vorher mit der Polizei beschäftige.

Von Stefan Schmidt

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