Hochbetrieb auch nach Abzug aus Afghanistan

GÜZ ist zu 100 Prozent ausgelastet

Soldaten im Häuserkampf
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Im Gefechtsübungszentrum werden Bundeswehr-Soldaten ausgebildet
  • Stefan Schmidt
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Trotz des Abzugs der Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan herrscht im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Hochbetrieb.

Letzlingen – Nach dem Abzug der Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan hat das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide zwar ein Aufgabengebiet weniger. Denn alle deutschen Soldaten, die in einen Auslandseinsatz gehen, werden kurz vor ihrem Abflug nochmal auf dem Truppenübungsplatz Altmark einer intensiven militärischen Ausbildung unterzogen. Aber das GÜZ ist nach Angaben von GÜZ-Pressesprecher Alexander Helle bis ins Jahr 2022 „zu 100 Prozent ausgelastet“, so der Oberstleutnant.

Das Gefechtsübungszentrum Heer sei „die“ zentrale Ausbildungseinrichtung des Heeres. „In jedem Jahr finden 21 Übungsdurchgänge mit verschiedenen Einheiten statt.“ An bis zu 240 Ausbildungstagen werden die Soldaten des Ausbildungsverbandes (also dem „Feindbataillon“) in den Übungen eingesetzt.

Vorbereitung für Litauen-Einsatz

Ganz aktuell findet die Vorbereitung der Soldatinnen und Soldaten statt, die im Januar 2022 im Rahmen des Einsatzes eFP nach Litauen verlegen. Die NATO Enhanced Forward Presence (übersetzt etwa: Verstärkte Vornepräsenz) ist eine Beistandsinitiative der NATO. Sie diene, erläutert der Pressesprecher auf Anfrage der Altmark-Zeitung, „der Sicherung der Ostflanke der verbündeten Staaten und der Abschreckung gegenüber Russland“. Multinationale Kampftruppen (NATO-Battlegroups) werden zu Ausbildungs- und Übungszwecken in die baltischen Staaten sowie nach Polen verlegt. Jeweils rund 1000 Soldaten werden dort rotierend stationiert. Diese Übung endet am Donnerstag der nächsten Woche.

Darüber hinaus werden in der Dienststelle beispielsweise auch die Verbände trainiert, die für den Einsatz VJTF vorgesehen sind. Die als NATO-Speerspitze bekannte Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) ist Teil der NATO Response Force. Mit der VJTF kann die NATO schnell und flexibel auf sicherheitspolitische Entwicklungen reagieren. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an der VJTF – und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung, erklärt der Pressesprecher.

Stabilisierungsmission

Regelmäßig findet auch die Ausbildung für die Friedensmission in Mali statt. Die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen (MINUSMA = United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali) dient der Sicherung des Friedens in dem afrikanischen Staat. Die Kernaufgaben sind, die Waffenruhevereinbarungen und die vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen den Konfliktparteien sowie die Umsetzung des Abkommens für Frieden und Aussöhnung aus dem Jahr 2015 zu unterstützen. Die Stabilisierung Malis sei von zentraler Bedeutung für die territoriale Einheit des Staates.

Das Gefechtsübungszentrum unterstützt auch die Ausbildung zur Befähigung von Verbänden der Logistik- und Aufklärungstruppe zur Durchführung des eigentlichen Kernauftrages.

Im Rahmen des Concept Development and Experimentation (CD&E)-Prozesses wird das GefÜbZH auch zur experimentellen Gewinnung von Erkenntnissen zur Weiterentwicklung von Führungsverfahren und Einsatzgrundsätzen genutzt und dient damit dem Heer als Testumgebung auch für vernetzte Operationsführung.

Ab der übernächsten Kalenderwoche startet der Lehrgang für die angehenden Kompaniechefs der Panzertruppe, gefolgt vom Lehrgang für die Kompaniechefs der Infantrie. Neben einem Übungsdurchgang mit und für die niederländischen Soldaten steht noch ein Durchgang VJTF aus, berichtet der Oberstleutnant abschließend.

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