Günter Hoop, der langjährige Geschäftsführer der Gardelegener Wobau, geht in den Ruhestand

„Das Feld ist bestellt“

Günter Hoop (stehend) verabschiedete sich gestern nach mehr als 17 Jahren Geschäftsführer-Tätigkeit bei der Gardelegener Wobau offiziell in den Ruhestand. Fotos (2): Schmidt

Gardelegen / Berge. Das Gefühl sei „schon etwas komisch“, erklärt er. Günter Hoop, mehr als 17 Jahre lang Geschäftsführer der Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), verabschiedete sich gestern im Landgasthof Berge in den Ruhestand.

Zwar arbeitet der 65-Jährige noch bis zum Jahresende. Aber beim Empfang gab es einen Rückblick. Und dabei lobende Worte für den in Lindhof bei Diesdorf aufgewachsenen und seit 49 Jahren in Hemstedt lebenden dreifachen Großvater.

Günter Hoop übernahm die Gardelegener Wobau am 1. Juli 1994. Es seien die Überredungskünste des Bürgermeisters Hartmut Krüger gewesen, so Hoop, der damals als Hauptbuchhalter kurz vor der Verbeamtung stand. Erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist gab er seine Unterlagen ab. „Und ich habe es nie bereut“, so Hoop rückblickend. Mehr als 17 Jahre lang führte er die Wobau, die bei Hoops Einstieg „klinisch tot“ gewesen sei, wie der jetzige Gardelegener Bürgermeister Konrad Fuchs gestern erklärte. Heute sei die Wobau hingegen „einer der Vorzeigebetriebe seiner Art in ganz Sachsen-Anhalt“, was man mit Zahlen belegen könne. So liegt die Leerstandsquote bei den 1423 Wohnungen derzeit bei minimalen 4,2 Prozent – der landesweite Wobau-Durchschnitt beträgt 15 Prozent. Günter Hoop habe „stadtbildprägende Maßstäbe gesetzt“, zuletzt gleich drei Millionen-Sanierungen in Angriff genommen (Bornemann-Geburtshaus an der Sandstraße 13, dazu Hopfenstraße 2 und Bahnhofstraße 31). Die Wobau habe „einen hervorragenden Ruf in der Bevölkerung“, bilanzierte Konrad Fuchs. Und auch Jost Rieke, der Direktor des Verbandes kommunaler Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt, schätzte Hoops Arbeit während der vergangenen mehr als 17 Jahre. „Das Feld ist bestellt“, erklärte er mit Blick auf die bereits vollzogene Nachfolgeregelung (siehe Bericht unten).

Der Geehrte geht zwar in den Ruhestand, wird aber kaum Ruhe haben. Günter Hoop ist Ortsbürgermeister von Hemstedt, dazu noch Vorsitzender des Volksbank-Aufsichtsrates sowie begeisterter Großvater. Hinzu kommen die rund 150 Tauben, die der passionierte Briefftaubenzüchter sein Eigen nennt, und als zweites Hobby die Imkerei.

Durchaus mit Stolz blickt Günter Hoop auf seine Wobau-zeit zurück. Seit 1996 hat die Gesellschaft keine Kredite mehr benötigt und trotzdem seit 1999 mehr als 33 Millionen Euro investiert. Unter anderem in 600 Balkone, die an die Gebäude gesetzt worden sind.

Besonders hervorgetan habe sich Hoop, so Konrad Fuchs, bei der Altstadt-Sanierung. Aktuell liegt der Leerstand im Sanierungsgebiet bei sieben Prozent, Es waren mal 30 Prozent.

Von Stefan Schmidt

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