Gardelegens Gedenkstätten-Förderverein übt Kritik an Öffnungszeiten des Besucherzentrums

Erben: „Wir haben nicht gebaut, nur um zu bauen“

Eingang eines Gebäudes
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Das neu erbaute Besucherzentrum.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Die Öffnungszeiten des neu erbauten Besucherzentrums sind dem Gardelegener Gedenkstätten-Förderverein ein Dorn im Auge.

Gardelegen – Die meisten von ihnen waren noch gar nicht drin in der Dauerausstellung des Besucher- und Dokumentationszentrums auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe. Während der jüngsten Mitgliederversammlung im Rosen-Gesundheitscenter übten mehrere Mitglieder des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins teils heftige Kritik an den aktuellen Öffnungszeiten im für vier Millionen Euro erbauten und im vergangenen Jahr eröffneten Neubau. Haupt-Kritikpunkt dabei: Die Öffnungszeiten seien wenig besucherfreundlich. Und das vor allem an den Wochenenden. Denn die Dauerausstellung kann nur einmal pro Monat, immer am letzten Sonntag, in der Zeit von 13 bis 17 Uhr angeschaut werden. Im Oktober gab es gar keine Wochenend-Öffnung, dafür im November zwei. Nämlich am Volkstrauertag (Sonntag, 14. November) und regulär am letzten Sonntag im Monat, den ersten Adventssonntag, 28. November, jeweils in der Zeit von 13 bis 17 Uhr.

„Keinen Dissens aufbauen“

Zwar wolle man, wie Beisitzer Dr. Hans-Joachim Becker betonte, „keinen Dissens aufbauen.“ Aber die Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Gedenkstättenleiter Andreas Froese sei „nicht optimal“ – eigentlich wollte der Fördervereins-Vorstand die Mitgliederversammlung mit zwölf anwesenden Personen im Besucherzentrum auf der Gedenkstätte abhalten. Es gab aber zwei Tage zuvor eine durch die Coronabeschränkungen begründete Absage, so dass die Mitglieder kurzfristig umplanen mussten. Tenor bei der Versammlung: Für Berufstätige sind die Öffnungszeiten ungünstig. Und: Woanders sei sehr wohl an den Wochenenden geöffnet.

Die fast vollständige Sonntags-Schließung sei jedoch „keine Erfindung von Herrn Froese“, wie die neue Schatzmeisterin Birgit Matthies erklärte. Generell seien Orte, die in der Hand der Landes-Gedenkstättenstiftung seien, in Sachsen-Anhalt an den Wochenenden fast immer geschlossen – anders als in anderen Bundesländern.

„Wir haben Redebedarf“

Das möge ja stimmen, erklärte Rüdiger Erbe, der ehemalige Staatssekretär im Landes-Innenministerium, der auch Fördervereins-Mitglied ist. Aber: „Wir haben das Gebäude ja nicht gebaut, nur um zu bauen und den Firmen Aufträge zu verschaffen.“ Sondern, damit sich Besucher dort aufhalten können. Und auch Ingolf Arndt hat für die Öffnungszeiten „wenig Verständnis.“ Schlussfolgerung des Fördervereins-Vorsitzenden Konrad Fuchs: „Wir haben Redebedarf“, was die Öffnungszeiten angehe.

Gedenkstättenleiter Andreas Froese begründet die aktuellen Öffnungszeiten vor allem mit mangelndem Personal, das derzeit nur aus den drei hauptamtlichen Gedenkstätten-Mitarbeitern besteht. „Uns fehlt der Besucherdienst“, beispielsweise aus Honorarkräften. Man arbeite aber an einer Lösung, kündigte er an.

Derzeit ist das Besucherzentrum unter der Woche wie folgt geöffnet: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 15.30 Uhr – mit einer coronabedingten Pause zwischen 12 und 13 Uhr – sowie Freitag von 9 bis 13 Uhr.

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