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„Dann wird das in 150 Jahren nichts“

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Von: Stefan Schmidt

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Verwitterter Eingang
Die alte Garley-Brauerei soll abgerissen werden. © Stefan Schmidt

Die Gebäude der ehemaligen Garley-Brauerei sollen abgerissen werden.

Gardelegen – 2,2 Millionen Euro. So viel Geld soll in die Beräumung der Fläche der ehemaligen Garley-Brauerei an der Sandstraße in der Gardelegener Altstadt investiert werden. Dieses Projekt steht auf Platz drei einer Prioritätenliste, über die die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates bei ihrer Sitzung am Montag, 21. März, abschließend entscheiden sollen. Doch bereits in den Fachausschüssen gab es in der vergangenen Woche Diskussionen über dieses Thema.

So merkten sowohl der berufene Bürger der AfD-Fraktion, Simon Lansmann, als auch AfD-Stadtratsmitglied Georg Krutzfeld an, dass hier in eine Privatmaßnahme Geld fließen würde. Dafür, so ihr Argument, solle die Allgemeinheit eine Summe von 633 000 Euro beisteuern. So hoch wäre der städtische Anteil an der „Wiedernutzbarmachung“ der Fläche zwischen Sandstraße, Marktstraße, Nikolaistraße und Goldenem Ring, wo sich einstmals die Garley-Brauerei befunden hat. Beide AfD-Vertreter hielten diese Summe für zu hoch – indirekt profitieren würde der Magdeburger Box-Promotor Ulf Steinforth, dem das Gelände gehört und der dort nach jetzigem Stand eine Senioren-Pflegeeinrichtung errichten lassen will.

Doch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher wies auf eben diese Pläne hin. Ja, mit Hilfe von Steuergeld – vom Land gäbe es außerdem Fördergeld in einer Höhe von 1,266 Millionen Euro – werde eine eigentlich private Fläche für eine weitere Nutzung beräumt. Aber genau dafür sei der Fördergeldtopf, so ergänzte Gardelegens Bauamtsleiter Ottmar Wiesel, da. Und: „Wenn wir dort jetzt nichts tun“, so ist sich Mandy Schumacher sicher, „dann wird das in 150 Jahren nichts.“ Mit anderen Worten: Die über Jahre hinweg betriebenen Pläne, dort einen Lebensmittelmarkt für die Innenstadt anzusiedeln, haben sich mangels Interesse und mangels ausreichender Parkmöglichkeiten zerschlagen. Und jemand anderes als Ulf Steinforth, der das Areal nutzen will, sei weit und breit nicht in Sicht. Es drohe also ein dauerhafter Leerstand und somit ein Endlos-Schandfleck mitten in der Altstadt.

Die Idee von Georg Krutzfeld, die Stadt möge nach einer sich anschließenden Bebauung an den zu erwartenden Einnahmen des privaten Investors beteiligt werden, sei mit der Förderrichtlinie nicht zu vereinbaren, entgegnete Mandy Schumacher. „Genau für solche Projekte, nämlich die Beseitigung eines Schandflecks, ist das Förderprogramm aufgelegt worden.“

Für die Beräumung der Garley-Liegenschaft sind insgesamt 2,2 Millionen Euro eingeplant. 1,266 Millionen Euro davon gäbe es als Fördergeld aus dem Topf der Städtebauförderungs-Fortsetzung für dieses Jahr. Der städtische Anteil beträgt 633 000 Euro. Der Investor steuert 306 000 Euro bei.

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