Diskussion über Probleme der Feuerwehren mit Landes-Innenminister Holger Stahlknecht im Gardelegener Gerätehaus

„... dann wäre es kein Ehrenamt mehr“

Holger Stahlknecht: „Eine Möglichkeit, Feuerwehrleute zu begünstigen, wäre der Nachlass bei Kita-Beiträgen.“ Fotos (2): Schmidt
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Holger Stahlknecht: „Eine Möglichkeit, Feuerwehrleute zu begünstigen, wäre der Nachlass bei Kita-Beiträgen.“
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Gardelegen. Wo drückt bei den Feuerwehren der Schuh? Diese Frage wollte Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) in einer kleinen Runde mit Verantwortungsträgern der Feuerwehren diskutieren.

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Barth traf sich Stahlknecht am Montagabend im Gardelegener Feuerwehr-Gerätehaus unter anderem mit den Stadtwehrleitern von Gardelegen und Salzwedel, Sven Rasch und Holger Schmidt, sowie mit Kreisbrandmeister Torsten Schoof. Mit dabei war auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig.

Hätte man ein Patentrezept für die Personalprobleme mancher Feuerwehren in der Altmark, „dann müssten wir hier nicht sitzen und diskutieren – dann hätten wir die Probleme längst gelöst“, meinte ein Anwesender zu Stahlknecht.

Schnell kam die Sprache auf die finanzielle Entschädigung für Feuerwehrleute. Man könne nicht alles nur mit Geld lösen, erklärte Stahlknecht. Feuerwehr sei immer noch zu allererst ein Ehrenamt. „Wenn eine Aufwandsentschädigung in eine Art Bezahlung ausartet, dann bin ich kein Freund davon. Dann wäre es auch kein Ehrenamt mehr.“ Gardelegens SPD-Fraktionschef im Stadtrat, Oliver Stegert konterte: „Feuerwehr ist aber nicht nur Ehrenamt, das ist auch richtige Arbeit. Wo sonst steht man nachts um drei Uhr bei Unwetter auf, um seiner Aufgabe nachzugehen?“

Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (3. von rechts) traf sich im Gardelegener Feuerwehr-Gerätehaus mit Verantwortungsträgern der Wehren und Kommunalpolitikern zum Meinungsaustausch.

Zur Sprache kam auch die Rentenpunkte-Regelung, die jahrelang im aktiven Dienst befindlichen aktiven Einsatzkräften zugute kommen sollte, wie manche Feuerwehr-Verantwortlichen fordern. Auch das bremste Stahlknecht aus. „Meinetwegen ja“, so der Landes-Innenminister. Das sei aber der Zuständigkeitsbereich des Bundes. Und: „Wenn wir für Feuerwehren Ausnahmen schaffen, dann denke ich an andere Organisationen, die sich dann auch sofort melden würden: THW, Deutsches Rotes Kreuz, DLRG, Wasserwacht.“

Als Salzwedels Stadtwehrleiter Holger Schmidt zwar das neue Gerätehaus in der Kreisstadt lobte („Ein Superobjekt“), aber die altersschwachen Fahrzeuge anmahnte, die es im Salzwedeler Stadtgebiet mit einem Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren gebe, versprach Stahlknecht, im August im Rahmen einer Sommer-Fahrradrundreise auch Salzwedel anzusteuern. Denn für Salzwedel, so Holger Schmidt, gelte: „Wir haben nur freiwillige Feuerwehren, nämlich 21 plus fünf Löschgruppen. Und das in einer Stadt von der Größe von Frankfurt am Main.“

Die Runde im Gardelegener Gerätehaus begann mit leichter Verspätung. Denn der Dienstwagen des Innenministers steuerte nach einem vorherigen Termin in Klötze die Adresse „Feldstraße 5“ an – dort befindet sich das Feuerwehr-Gerätehaus in Gardelegen. Alsbald traf Stahlknecht auch an der Feldstraße 5 ein – allerdings im 22 Kilometer entfernten Miesterhorst, wo es diese Adresse ebenfalls gibt. Allerdings steht dort kein Gerätehaus. Während der eiligen Fahrt an die „richtige“ Feldstraße 5 konnte der oberste Dienstherr der Feuerwehren die vom Land vorgeschriebene Zwölf-Minuten-Ausrückezeit nicht ganz einhalten.

Von Stefan Schmidt

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