Daniel Stryczek ist Musiker und spielt auf dem Gardelegener Wochenmarkt

„Mal geliebt, mal weggescheucht“

Daniel Stryczek ist Musiker und spielte am Donnerstag in Gardelegen.
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Daniel Stryczek ist Musiker und tingelt während der Corona-Zeit von Stadt zu Stadt, weil Konzerte nicht möglich sind. Am Donnerstag spielte er in Gardelegen.
  • Stefan Schmidt
    vonStefan Schmidt
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Daniel Stryczek ist Berufsmusiker. Doch seit mehr als einem Jahr gibt es keine Konzerte mehr. Deshalb tingelt er von Stadt zu Stadt und musiziert auf Wochenmärkten. In Gardelegen fühlt er sich regelmäßig willkommen.

Gardelegen – Den Klang hört man schon von Weitem. Und er sorgt automatisch für ein anheimelndes Gefühl auf dem Gardelegener Wochenmarkt. Passanten schlendern vorbei, holen ihre Brieftasche hervor und werfen die eine oder andere Münze in den geöffneten Gitarrenkoffer. „Dankeschön“, ruft der Mann an der Gitarre, während er weiterspielt. „Let it be“ von den Beatles, ein Klassiker aus den 1960er Jahren, erklingt.

Der Mann an der Gitarre heißt Daniel Stryczek. „Einmal im Monat“, so erzählt er, komme er nach Gardelegen, um auf dem Wochenmarkt zu musizieren. Als Alleinunterhalter, als „One-Man-Band“, wie er sagt. Und das gezwungenermaßen. Denn der Haldenslebener ist Berufsmusiker, Mitglied der Band „Jack Hunt“, die mit www.jackhunt.com auch eine eigene Internetseite hat. Seit mehr als einem Jahr, seit Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen, können Stryczek und seine Musikerkollegen jedoch nicht mehr auftreten. Nicht bei Stadtfesten und auch nicht bei Familienfeiern.

Und so tingelt der junge Familienvater seitdem von Ort zu Ort. „Ich spiele auf Wochenmärkten“, erzählt er von seiner alternativen Einnahmequelle. Andererseits: Er sei „im Herzen Straßenmusiker“, erzählt er. Und so sitzt Stryczek zwischen den Ständen, schnappt sich seine Gitarre und spielt „überwiegend Oldies und Balladen“. Ohrwürmer eben, die die Wochenmarkt-Besucher buchstäblich im Vorbeigehen hören.

Von Gardelegen und den Verantwortlichen ist er begeistert. „Ich fühle mich hier willkommen.“ Das sei nicht überall so. Ein Straßenmusiker werde „mal geliebt, mal geduldet und auch mal weggescheucht.“ Passiere Letzteres, „dann fahre ich da eben nicht mehr hin“, sagt Stryczek.

Anders in Gardelegen. Der Marktmeister habe ihn persönlich begrüßt, eine Einzelhändlerin bot ihm an, er könne sich bei Regen unter die Markise vor ihrem Geschäft setzen. Und er darf auch die Steckdosen für die Marktbeschicker nutzen.

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