Neues Gemälde im Letzlinger Jagdschloss war zuvor in einer Kneipe

Colorierte Lithografie vom Bild „Hofjagd in Letzlingen“ wurde erworben

Zwei Personen vor einem Bild
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Andrea Maleka und Prof. Dr. Konrad Breitenborn von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt präsentieren die Lithografie, die nun im Letzlinger Jagdschloss hängt.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Eine colorierte Lithografie des Bildes „Hofjagd in Letzlingen“ konnte von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt erworben werden. Es ist die einzig bekannte Farbkopie dieses Gemäldes von Conrad Freyburg und hängt nun im Jagdschloss.

Letzlingen – Auf dem Gemälde sind Personen zu sehen, die mit der Geschichte der Hofjagd in Letzlingen in Verbindung stehen, erklärt Prof. Dr. Konrad Breitenborn, der Leiter der Stabsstelle Zentrale Aufgaben Restitution/Jagdschloss Letzlingen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt am Montagvormittag, als er mit seiner Kollegin Andrea Maleka das Gemälde im Letzlinger Jagdschloss präsentiert. Es sei interessant, „bei wem es dem Kaiser wichtig war, auf dem Gemälde zu sein“, so Konrad Breitenborn.

Die Lithografie ist die einzig bekannte Farbkopie des originalen Kunstwerkes „Hofjagd in Letzlingen“ und wurde vermutlich von Conrad Freyberg angefertigt. Der Verkäufer, von dem die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt das Bild erworben hat, hatte es auf Ebay ersteigert. Die Lithografie befand sich in einer Kneipe am Savignyplatz in Berlin-Charlottenburg, wie Andrea Maleka erläutert. Es wäre schön, sagt Konrad Breitenborn, wenn das originale Bild noch gefunden werden würde.

1881 wurde das originale Bild „Hofjagd in Letzlingen“ von Kaiser Wilhelm I. in Auftrag gegeben. Das Gemälde, welches von Conrad Freyburg angefertigt wurde, hing von 1882 bis 1919 im Speisesaal des Letzlinger Jagdschlosses – wie auch eine Fotografie neben der Lithografie zeigt. Von 1919 bis 1945 war das Gemälde in Barby bei Schönebeck im Herrenhaus der Familie von Dietze. Die Familie hatte sich das Bild ausgeliehen, weil Amtsrat Dietze darauf dargestellt ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Bild abhanden.

Es wird eine Jagdgesellschaft dargestellt, die nun auch benannt werden kann. Durch Zufall hat Konrad Breitenborn im Internet einen Ausschnitt einer Legende zu dem Bild gesehen, die über drei Personen die Zahlen 17, 18 und 19 zeigt. Dann gebe es womöglich auch eine vollständige Legende, dachte er sich und fand mit dem Neuerwerb der Lithografie auch eine Legende zu dem Gemälde. Es fehlt zwar eine Ecke in dieser Legende, weswegen nicht alle Namen bekannt sind. Dennoch konnten 28 von 30 dargestellten Personen erstmals namentlich festgestellt werden. „Das Bild ist jetzt mit Leben gefüllt, weil wir nun wissen, wer darauf abgebildet ist“, freut sich Konrad Breitenborn. Unter den Personen sind unter anderem Mitglieder des preußischen Königshauses, Politiker wie zum Beispiel Reichskanzler Bismarck, Gutsbesitzer aus der Umgebung, bekannte Forstbeamte wie der Letzlinger Oberförster Carl Salemon und Gustav Bekuhrs, Oberförster in Planken.

Im Jagdschloss befindet sich als eine Reproduktion des Bildes „Hofjagd in Letzlingen“ eine Kupferätzung. Diese und die Lithografie unterscheiden sich, wie Konrad Breitenborn erklärt. So hat mancher Mann auf dem einem Bild einen Bart, auf dem anderen nicht. Auch sind die Personen gealtert. Diese Veränderungen der Personen über die Jahre hinweg wurden bei den Reproduktionen vom Originalbild vom Künstler angepasst.

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