„Classic Brass“ begeistern die Zuschauer bei ihrem Freiluftkonzert auf Gut Zichtau 

Großer Bogen vom Barock zur Moderne

Jürgen Gröblehner (von rechts), Szabolcs Horváth, Roland Krem, Christian Fath und Zoltán Nagy vom Musikensemble „Classic Brass“ begeisterten die Zuschauer mit ihrem Programm „Favorites of Music“.
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Jürgen Gröblehner (von rechts), Szabolcs Horváth, Roland Krem, Christian Fath und Zoltán Nagy vom Musikensemble „Classic Brass“ begeisterten die Zuschauer mit ihrem Programm „Favorites of Music“.
  • VonLina Wüstenberg
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Bereits zum dritten Mal trat das Musikensemble „Classic Brass“ auf Gut Zichtau auf. Die fünf Musiker begeisterten am Freitagabend mit ihrem Programm „Favorites of Music“ die mehr als 200 Zuschauer.

Zichtau – „Das Gut ist einfach eine optische Augenweide. Deswegen es ist schön, wieder hier zu sein“, erzählte Jürgen Gröblehner von „Classic Brass“. Bereits zum dritten Mal traten die fünf Musiker auf Gut Zichtau auf, diesmal am Freitagabend.

Jürgen Gröblehner hat das Musikensemble „Classic Brass“ im Herbst 2009 gegründet. Nach einer Pause wollte der Dresdner Trompeter wieder auf der Bühne stehen. Seitdem gab es immer mal wieder Wechsel in der Besetzung. Doch seit 2018 spielen die fünf Musiker in der aktuellen Zusammensetzung. „Jetzt sind wir vollständig“, lachte Gröblehner.

Ein Teil des Ensembles ist der Ungar Roland Krem. Jürgen Gröblehner stellte ihn als den „ruhenden Pol“ in der Gruppe vor. Seit 2012 spielt er die Tuba im Ensemble. Im Januar 2016 schloss sich der ungarische Trompeter Zoltán Nagy der Combo an. „An der Posaune haben wir unseren Scheinitaliener Szabolcs Horvát“, stellte Roland Krem den dritten Ungarn der Band vor, der seit 2018 Mitglied ist. „Und natürlich nicht zu vergessen – unsere zwei Ausländer“, lachte Roland Krem und meinte damit den Hornisten Christian Fath und den Trompeter Jürgen Gröblehner.

Sieben Monate Pause

„Es sind alles studierte und preisgekrönte Musiker, die europaweit unterwegs sind“, sagte die Zichtauerin Gisela Pfeil, unter anderem viele Jahre lang Mitglied im Ortschaftsrat, über die fünf Musiker. Aber auch die Corona-Pandemie ging an dem Musikensemble nicht vorbei. Am 1. Dezember 2020 trat „Classic Brass“ das letzte Mal live auf. Erst sieben Monate später konnten sie am 9. Juli wieder ein Konzert geben. Für die Musiker war das eine große Erleichterung. „Eine Stunde vor dem Konzert war der Himmel dunkel. Doch kurz vor dem Konzert wurde es heller. Es gibt noch Hoffnung“, erinnerte sich der Dresdner.

Während der Corona-Pandemie hat das Ensemble aber auch ein Onlinekonzert mit mehr als 48 000 Klicks veranstaltet und ein neues Album produziert, das im Herbst erscheint. Aber sie sind auch für die vielen Spenden dankbar.

Der Auftritt am Freitag war das insgesamt siebte Konzert der aktuellen Tour „Favorites of Music“. „Wir wollen die Vielfalt der Musik zeigen. In unserem Programm ist für jeden etwas dabei“, beschrieb Jürgen Gröblehner das aktuelle Programm.

So betraten die Künstler mit dem „Rondeu“ von Jean Joseph Mouret pünktlich um 19 Uhr die Bühne. „Früher wurden so die Könige begrüßt und wir begrüßen Sie heute zu unserem Konzert“, eröffnete Gröblehner den Abend und ergänzte: „Wir wollen einen großen Bogen vom Barock zur Moderne schaffen.“

Buntes und vielfältiges Programm

Die mehr als 200 Zuschauer konnten in den knapp zwei Stunden ein buntes und vielfältiges Programm durch die Musikgeschichte erleben. So spielten „Classic Brass“ zum Beispiel die „Morgenstimmung“ und „In der Höhle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg oder auch den „Karneval von Venedig“ von Jean Baptiste Arban. Ausschnitte aus der Oper „Carmen“ (George Bizet) und dem Ballett „Schwanensee“ (Peter Tschaikowski) folgten nach der Pause. Aber auch Musik aus den 1980er Jahren wie „The Way We Were“ von Marvin Hamlisch war ein Bestandteil des Programms. Zum Schluss wurde dann noch ein Medley aus verschiedenen Volksliedern gespielt.

Jürgen Gröblehner und seine Kollegen brachten während des Konzerts die Leute mit Anekdoten immer wieder zum Lachen. Als zum Beispiel Roland Krem die Haare von Szabolcs Horvát mit denen von Barbara Streisand verglich. Auch scherzte Gröblehner: „Wir können erst weiterspielen, wenn alle 333 CDs verkauft sind.“

Nach zwei Zugaben und viel Applaus verabschiedeten sich die fünf Musiker am Freitagabend mit dem Stück „Guten Abend, gute Nacht“ von der Bühne.

Für die Besucherinnen Heide Schütze, Else Grothe und Waltraud Heise aus Gardelegen war es das erste Konzert von „Classic Brass, aber sie waren sich alle drei einig: „Es war einfach wunderbar. Es war mal etwas komplett anderes.“

Um dann noch hinzuzufügen: „Wir kommen auf jeden Fall wieder.“

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