Antimilitaristen beziehen ihr Lager bei Potzehne / Heute „Teach-In“ und Friedhofsbesuch geplant

Ein Camp gegen die „Grabesstille“

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„Farin Skamp“ nennt sich Torsten Grabbert vom „Antimilitaristischen Camp“, das es seit dem Wochenende auf einer Wiese bei Potzehne gibt. Bis zu 500 Teilnehmer werden erwartet.

Potzehne. Etwa 50 seien schon da. Das sagt einer der Sprecher des „Antimilitaristischen Camps“, das auf einer Wiese bei Potzehne Quartier bezogen hat. Er nennt sich Torsten Grabbert. Oder aktuell „Farin Skamp“.

Denn personalisiert werden wollen die Militärgegner, die bis zum kommenden Wochenende rund um den Truppenübungsplatz Altmark verschiedene Diskussionsrunden sowie Aktionen geplant haben, nicht. Aus Überzeugung, wie der Mann aus dem Wendland sagt. „Wir wollen nicht, dass irgendjemand von uns dauernd kluge Reden in der Öffentlichkeit hält, sondern es geht uns um die Sache“, erklärt er.

Während die Autos der Antimilitaristen, mit Kennzeichen unter anderem aus Lüchow-Dannenberg, Berlin und Wolfenbüttel, nach und nach aufs Gelände fahren, steht draußen die Polizei. Zurückhaltender als im Vorjahr, als das Camp erstmals stattfand, wolle man agieren, so heißt es aus der Polizeizentrale. „Es herrscht ein freundlicherer Ton“, bestätigt der Camp-Sprecher.

Ziel der Teilnehmer sei es, gegen die „Grabesstille“ in der Region anzugehen. Kritik an der Bundeswehr gebe es fast nicht, „wir haben hier einen schweren Stand.“ Denn „es gibt hier eine prinzipielle Grundangst, sich gegen die Bundeswehr zu stellen.“ Zu mächtig sei sie mittlerweile offenbar geworden.

Heute wollen die Antimilitaristen ab 14 Uhr am Mahnmal für die KZ-Häftlinge am ehemaligen Bahnhof in Letzlingen ein „Teach-In“ veranstalten: „Menschen erzählen, was sie so wissen.“ Um 17 Uhr wird der Gedenkstein auf dem Letzlinger Friedhof besucht.

Von Stefan Schmidt

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