Bundesforstbetrieb sorgt für Ansiedlung von Becherflechten und Silbergräsern in den Kellerbergen

Mit den Plaggenhacken im Rohboden

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Leiter Tobias Fechner (von links) sowie die Forstwirt-Azubis Lukas Schlüter und Stefan Ringling beräumen eine Fläche im Waldgebiet Kellerberge nordöstlich von Gardelegen.

Gardelegen. „Wer bei uns anfängt, der bleibt meist auch dabei. “ Das sagt Revierförster Detlev Riesner über den Beruf des Forstwirtes. Drei Jahre dauert die Ausbildung. Und sei sehr abwechslungsreich, betont er.

Derzeit sind mehrere Forstwirte, darunter auch Azubis, im Bereich der Kellerberge nordöstlich von Gardelegen dabei, eine Fläche zu beräumen. Dort soll die Ansiedlung seltener und geschützter Pflanzen wie Becherflechten und Silbergräsern ermöglicht werden. Dies geschieht, indem Unrat, Moos und Reisig beseitigt werden –auch bei Schnee. Die weiße Pracht wird erst entfernt, danach der Rohboden mit historischen Plaggenhacken freigelegt. Auf diese Weise bekommen die seltenen Pflanzen sozusagen genügend Luft zum Atmen und können gedeihen.

Viel frische Luft ist während der Ausbildung zum Forstwirt garantiert. Aber nicht nur das. Das Wissen über Flora und Fauna der heimischen Natur gehört ebenso zum Ausbildungsziel. „Viele wissen gar nicht, wie attraktiv der Beruf des Forstwirtes ist“, sagt Detlef Riesner. Und er meint damit nicht nur die Möglichkeit, in einem staatlichen Betrieb später gewisse Vorteile wie die Verbeamtung und einen relativ sicheren Arbeitsplatz genießen zu können. Seit vielen Jahren hat der Bundesforstbetrieb Probleme, passende Lehrlinge zu finden. „Manch einer denkt beim Begriff Forstwirt zu sehr an den traditionellen Baumfäller.“ Dies sei aber nur ein kleiner Aspekt des Berufsbildes, betont der Revierförster. Sicherlich gehöre körperliche Arbeit dazu. „Aber man muss kein Muskelmann sein, um diesen Beruf ausüben zu können.“

Dort, wo die Forstlehrlinge der Bundesforst derzeit arbeiten, befand sich zu DDR-Zeiten ein militärisches Gelände der Roten Armee. Die DBU Naturerbe GmbH, eine gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), verantwortet seit 2009 die in den Kellerbergen stattfindenden Naturschutzmaßnahmen.

Von Stefan Schmidt

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