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Schnöggersburg ist „sehr gut investiertes Geld“

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Von: Stefan Schmidt

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Frau am Mikrofon
Christine Lambrecht besuchte auch Schnöggersburg. © Stefan Schmidt

Au Anlass des Besuchs von Bundes-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht in Letzlingen sprach die AZ mit ihr.

Letzlingen – Christine Lambrecht, die Bundes-Verteidigungsministerin, besuchte am 11. Juli das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Heeres bei Letzlingen. Nach ihrem Aufenthalt und der sich anschließenden Pressekonferenz hatte Stefan Schmidt, Redaktionsleiter der Altmark-Zeitung in Gardelegen, die Möglichkeit, ein Interview mit der Verteidigungsministerin zu führen.

Altmark-Zeitung: Frau Lambrecht, in der Pressekonferenz zum Abschluss ihres Besuchs auf dem Truppenübungsplatz Altmark bei Letzlingen haben Sie als Bundes-Verteidigungsministerin auf die Frage eines Kollegen, ob bald auch ukrainische Soldaten in der Colbitz-Letzlnger Heide üben könnten, nicht Nein gesagt.

Christine Lambrecht: Ja, das stimmt. Das begründe ich natürlich auch damit, dass wir alle Entscheidungen immer überprüfen müssen, ob sie den Gegebenheiten angepasst werden müssen. Derzeit ist der Übungsplan ziemlich voll. Wir bilden zum Beispiel für den Mali-Einsatz aus, aber auch unsere Truppe, die in Litauen verstärken wird. Es ist sehr wichtig, dass wir dafür frühzeitig mit der Ausbildung starten. So etwas wie hier gibt es europaweit nicht. So haben die Niederländer und auch Großbritannen ein Interesse daran, hier üben zu können. An uns werden mehr Herausforderungen gestellt, an die Alliierten aber auch. Und das nutzen wir jetzt hier.

Altmark-Zeitung: Aber Sie schließen es nicht gänzlich aus?

Christine Lambrecht: Wir erleben doch momentan, dass wir eine veränderte Sicherheitssituation haben. Die es erforderlich macht, die Ukraine zu unterstützen, was wir ja auch machen. Momentan gibt es aber noch keinen Bedarf, ukrainische Soldaten hier auszubilden.

Altmark-Zeitung: Wäre es ein Ausschlusskriterium für diesen Standort, dass hier 40 Jahre lang die Rote Armee, also überwiegend russische Soldaten, stationiert waren?

Christine Lambrecht: Das wird von Niemandem mit diesem Gefechtsübungszentrum verbunden. Was mit dem hiesigen Standort verbunden wird, ist hohe Professionalität, Hightech, bestmögliche Ausbildungsbedingungen. Was für mich ein Ausschlusskriterium ist: Wenn ich nicht mehr gewährleisten kann, dass die deutschen Soldatinnen und Soldaten bestmöglich auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Zu deren Lasten darf es nicht gehen. Ich will, dass die Soldatinnen und Soldaten, wenn sie nach Litauen gehen, wenn sie nach Mali gehen, vorher bestmögliche Ausbildungsbedingungen gehabt haben.

Altmark-Zeitung: Sie haben sich während ihres Besuchs hier auch die Übungsstadt Schnöggersburg angeschaut, die für viele Millionen Euro gebaut worden ist und wo es so ziemlich alles gibt: Ein Universitätsgebäude, ein Elendsviertel, eine Altstadt, sogar einen U-Bahn-Schacht. Was auch für Kritik gesorgt hat. Hätte es nicht auch eine Nummer kleiner sein können?

Christine Lambrecht: Schnögggersburg ist sehr weitsichtig konzipiert und auch umgesetzt worden. Wenn man sieht, was hier geübt werden kann: Genau das sind gerade wieder erlebbar die Herausforderungen. Wir müssen vorbereitet sein: Wie müssten wir zum Beispiel Botschaftsangehörige evakuieren? Was muss dafür trainiert werden? Wie muss ich in einer Situation vorgehen, bei der zum Beispiel Angriffe auf die kritische Infrastruktur drohen? Genau das ist hier abgebildet. Ja, wir haben viel in die Infrastruktur gesteckt. Aber es ist sehr gut investiertes Geld. Denn unsere Soldaten werden darauf vorbereitet, was sie erleben können, wenn sie, wie jetzt spürbar, gegebenenfalls auch für unsere Werte kämpfen müssen.

Altmark-Zeitung: Frau Lambrecht, vielen Dank für das Gespräch.

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