BUND-Ortsgruppe Schenkenhorst will gegen Bau der Hähnchenmastanlage gerichtlich vorgehen

Bitte um Spendengeld für Klage

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Einen Kilometer außerhalb von Schenkenhorst soll gleich neben der bereits vorhandenen Biogasanlage auch eine Hähnchenmastanlage für 173 000 Tiere gebaut werden. Dagegen will die BUND-Ortsgruppe nun klagen.

Schenkenhorst. Die BUND-Ortsgruppe Schenkenhorst will gegen den Bau einer Hähnchenmastanlage bei Schenkenhorst klagen. Das teilt die Ortsgruppe in einer Pressemitteilung mit. Diese Anlage ist jüngst vom Landesverwaltungsamt in Halle genehmigt worden.

Damit geht der Streit um den Bau dieser Anlage in die nächste Runde.

Die vor Ort ansässige GbR Volber / Reboné ist offizieller Antragsteller für diese Hähnchenmastanlage. Sie soll gleich neben der bereits vorhandenen Biogasanlage gebaut werden. An dieser Biogasanlage beteiligt sich die in Niedersachsen beheimatete Unternehmensgruppe Ostendorf. Ursprünglich war geplant, eine Mastanlage für 320 000 Hähnchen zu erstellen. Dagegen gab es in Schenkenhorst und auch in einigen Nachbarorten teils erheblichen Widerstand. Nachdem die Stadt Gardelegen – Schenkenhorst ist Ortsteil der Stadt – das Einvernehmen versagt hatte, zog der Investor den Antrag zurück und überarbeitete ihn. Mit der Folge, dass „nur“ noch 173 000 Hähnchen gezüchtet werden sollen. Und mit der Folge, dass der Einfluss der Stadt im Genehmigungsverfahren geringer ist und das Landesverwaltungsamt in Halle nun die Genehmigungsbehörde ist.

Diese Genehmigung wurde im Frühjahr erteilt. Sie gilt für eine Anlage, die genau einen Kilometer vom Schenkenhorster Ortsausgangsschild in Richtung Wiepke / Klein Engersen gebaut werden soll. Die Gegner argumentieren auch mit der fehlenden Verkehrsinfrastruktur. Man „befürchtet massiven Schaden für die Ortschaft Schenkenhorst und die umliegenden Gemeinden durch den Bau der geplanten und nun genehmigten Hähnchenmastanlage“, heißt es in der Stellungnahme. Die Rede ist „von erheblichen Beeinträchtigungen der Straßen“. Diese seien „für solche schweren Lasten nicht ausgelegt und mitten im Ort so eng, dass sich zwei Fahrzeuge nicht begegnen können, ohne den Gehweg zu befahren.“

Nicht nur aus Schenkenhorst, sondern auch aus Nachbarorten gibt es seit mehreren Jahren kritische Stimmen zum Bau der Hähnchenmastanlage. So prognostizierte Hemstedts Ortsbürgermeister Günter Hoop bereits mehrfach Schäden an den Wegen rund um Schenkenhorst.

Um die Klage möglich zu machen – sie kostet mutmaßlich mehrere tausend Euro – bittet die BUND-Ortsgruppe um Spenden. Ansprechpartner für solche Geldspenden sind die Mitglieder der Ortsgruppe. Erst jüngst hatte bei einer Veranstaltung in Zichtau Michael Hettwer, Vorsitzender des niedersächsischen Netzwerkes „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, ein Zusammenschluss etlicher Bürgerinitiativen und Massentierhaltungsgegner, ermuntert, den Klageweg zu beschreiten, so er denn finanzierbar sei. Sein Argument damals: Gerichte würden solchen Investoren offenbar genauer auf die Finger schauen als Behörden – und speziell das Landesverwaltungsamt in Halle, an dem Hettwer kein gutes Haar ließ.

Für den 154-Einwohner-Ort Schenkenhorst hieße eine Hähnchenmastanlage mit 173 000 Tieren, dass auf jeden Einwohner 1123 Hähnchen kämen.

Von Stefan Schmidt

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