Für manche Einsätze der Feuerwehren werden künftig Gebühren fällig / Stadtrat muss entscheiden

Büxt Mieze aus, folgt die Rechnung

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Einsätze wie im Neubaugebiet Schlüsselkorb, als eine Mieze im Fensterrahmen eingeklemmt war (ganz oben), kosten künftig Geld.

Gardelegen. Fast täglich heult im Durchschnitt die Sirene. Die Mitglieder der Feuerwehren im Gardelegener Stadtgebiet gehen oft bis an die Belastungsgrenze, wenn es gilt zu helfen, zu retten oder zu bergen. Doch nicht jeder Einsatz muss wirklich sein.

Manche Alarmierungen sind eine Folge von grober Fahrlässigkeit, Schusseligkeit oder auch Gedankenlosigkeit. Und nicht jeder Einsatz fällt unter die Rubrik Pflichtaufgabe.

Nicht jeder Feuerwehreinsatz ist eine Pflichtaufgabe. Dazu gehört auch die Rettung sichtlich verstörter Tiere.

Klar ist: Bei Bränden oder Verkehrsunfällen sind die Feuerwehrleute vor Ort. Doch schon der Fall einer Ölspur ist streng genommen grenzwertig. Denn für die Beseitigung einer solchen Ölspur ist der Straßenbaulastträger verantwortlich. Auf einer Kreisstraße wäre das dann der Altmarkkreis Salzwedel. Ausnahme: wenn unmittelbare Gefahr besteht. Doch die ist eigentlich immer gegeben, wenn Rutschgefahr auf der Fahrbahn vorhanden ist. Also rückt dann doch die Feuerwehr aus. Oft genug ist die Wehr auch vor Ort, wenn es Fehlalarme gibt. Also eine Brandmeldeanlage auslöst, ohne dass es tatsächlich brennt. Dies geschieht in bestimmten Betrieben in regelmäßigen Abständen.

Zu einem freiwilligen Einsatz zählt auch die Tierrettung. Wird Mieze auf dem Balkon ausgeschlossen und der Besitzer geht einkaufen, während die Nachbarschaft das herzzerreißende Miauen hört, dann wird mitunter ebenso die Feuerwehr gerufen wie im August 2016, als die Feuerwehr half, eine Katze, die sich im halb geöffneten Fenster eingeklemmt hatte, aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Für all das soll es künftig eine Rechnung geben, wenn der Verursacher feststeht – was bei Ölspuren mitunter problematisch ist. Vorausgesetzt, der Gardelegener Stadtrat stimmt dieser Gebührenordnung zu, kostet ein Feuerwehr-Mitglied pro Stunde 9,82 Euro. Kommt der Hubsteiger – beispielsweise bei einer Katze im Baum – zum Einsatz, werden noch mal pro Stunde 34,44 Euro fällig.

Als freiwillige Einsätze zählen unter anderem die erwähnte Tierrettung, dann die Beseitigung von Ölschäden und sonstigen umweltgefährdenden oder gefährlichen Stoffen, das Auspumpen von Räumen – beispielsweise im Keller – aber auch die Mitwirkung bei Räum- und Aufräumarbeiten sowie die Absicherung von Gebäuden und Gebäudeteilen.

Von Stefan Schmidt

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