Mitglieder trafen sich am Sonnabend erstmals für weitere Pläne

Bürgerinitiative für Erhalt des Gardelegener Backhauses

Die Mitglieder der Bürgerinitiative halten Plakaten, die eine Fotomontage des sanierten Gebäudes zeigen.
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Die Mitglieder der Bürgerinitiative standen mit Plakaten, die eine Fotomontage des sanierten Gebäudes zeigten, vor dem Backhaus.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Am Sonnabend trafen sich erstmals die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet das Backhaus“. Deren Ziel ist der Erhalt des Back- und Bethauses auf dem Hof des großen Hospitals in Gardelegen.

Gardelegen – Mit Plakaten, auf denen ein saniertes Back- und Bethaus auf dem Hof des Großen Hospitals in Gardelegen zu sehen ist, standen die Mitglieder der neuen Bürgerinitiative „Rettet das Backhaus“ am Sonnabend vor dem Gebäude. Auf den Plakaten schrieben die Frauen und Männer zuvor verschiedene Sprüche. So stand bei Thomas Kirchhoff, der die Gründung der Bürgerinitiative initiiert hatte: „Abriss ist keine Option“. Auf einem anderen Plakat war „Das Haus muss stehen bleiben“ von CDU/FDP-Stadtratsmitglied Andreas Finger oder „Erhalten für unsere Enkel und Urenkel“. „Nicht wissen, was zu einem gehört, bis man es abgerissen hat“, frei nach dem Autor Truman Capote, zitiert aus „Frühstück bei Tiffany“, erklärte AfD-Stadtratsmitglied Georg Krutzfeld.

„Wir fangen jetzt mit der Arbeit an“, sagte Thomas Kirchhoff. Der Gardelegener erklärte, dass das Ziel ist, dass das Backhaus nicht abgerissen wird, wie derzeit geplant ist, und dass die Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) das Gebäude mit in das Sanierungskonzept für den Seitenflügel des Großen Hospitals aufnimmt. Thomas Kirchhoff nannte als weitere Möglichkeit, dass das Backhaus an Dritte übergeben wird, die es sanieren. „Der Zustand ist nicht schlecht“, sagte der Gardelegener und erhielt Zustimmung von den anderen Mitgliedern der Bürgerinitiative. So rief eine Frau „Wir können doch nicht alles Alte abreißen, das gehört zu Gardelegen“ dazwischen. Die Tragfähigkeit sei gesichert, das Fundament stabil, „natürlich ist noch viel zu tun, aber es ist machbar“, so Thomas Kirchhoff weiter, auch weil Anfang der 1990er Jahre schon die Außenkonstruktion und damit die Eichenbalken, die Backsteinausmauerung sowie das Fundament saniert wurden. Dennoch sei das Argument, sagte der Gardelegener weiter, dass das Gebäude deswegen nicht mehr historisch sei, nicht nachvollziehbar. Dann müsse auch die Dresdener Frauenkirche abgerissen werden, weil „die wurde schließlich zu 95 Prozent mit neuen Materialien wieder aufgebaut“.

Ideen für Nutzung

Thomas Kirchhoff hat auch schon Ideen für eine Nutzung des Backhauses. Er könnte sich vorstellen, dass im Gebäude ein Steuerberaterbüro oder eine Physiotherapie untergebracht werden könnten. Möglich wäre auch eine große Wohnung. Andreas Finger nannte weitere Vorschläge: ein Café für die Bürger oder die Mitarbeiter des Wasserverbandes, die Vermietung für Feierlichkeiten oder die Nutzung als „Haus der Vereine“, wodurch der Besitzer auch Mieteinnahmen hat, ein Beratungsraum, ein Stipendiatenhaus. Der Dannefelder schlug auch vor, den Kellerbereich separat zu nutzen und so zugänglich zu machen, dass der Backofen genutzt werden kann bzw. dieser besser präsentiert werden kann. Er erzählte, dass im April 2016 der Stiftungsrat der Vereinigen Hospitalstiftung, die die Eigentümerin ist, einen Aufruf mit Vorschlägen zur Nutzung des Backhauses startete, wovon er auch einige nannte.

Es gebe sogar ein Sanierungskonzept, sagte Thomas Kirchhoff. Dieses habe der Architekt Lutz Schwarzbrunn erstellt, mit dem die Bürgerinitiative zusammen arbeite. Thomas Kirchhoff sagte, dass Lutz Schwarzbrunn das Gebäude kaufen und sanieren wollte. Er hätte auch den Hospitalflügel gekauft und damit auch beide Gebäude saniert. Aber er sei daran gehindert worden, so Thomas Kirchhoff.

Andreas Finger verdeutlichte, dass das Back- und Bethaus gemeinsam mit dem Hospitalgebäude errichtet wurde und es „mit seinem ur-alten Backofen funktionell wie baugeschichtlich ein einzigartiges denkmalgeschütztes Ensemble“ darstelle.

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