Möglicher Abriss des Back- und Bethauses soll mit Bürgerinitiative verhindert werden

Gardelegener Backhaus: Abrissgenehmigung bestandskräftig

Das Gardelegener Back- und Bethaus befindet sich auf dem Hof des Großen Hospitals.
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Das Back- und Bethaus könnte abgerissen werden.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Es soll eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Back- und Bethauses auf dem Hof des Großen Hospitals gegründet werden. Ein Abriss ist möglich, die Genehmigung dafür ist bestandskräftig.

Gardelegen – Der Gardelegener Thomas Kirchhoff möchte eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Back- und Bethauses auf dem Hof des Großen Hospitals und damit an historischer Stelle und am Originalstandort gründen.

Es gebe bereits Interessierte, die sich an der Bürgerinitiative beteiligen wollen, so Thomas Kirchhoff. Wer Interesse hat, kann sich bei dem Gardelegener mit Angabe der Telefonnummer unter der E-Mail-Adresse rettet.das.backhaus.ga@gmail.com oder postalisch unter Thomas Kirchhoff, Stendaler Straße 25a in Gardelegen, melden. Dann werde er telefonisch mit den interessierten Bürgern Kontakt aufnehmen, so Thomas Kirchhoff, da coronabedingt eine Gründung derzeit nicht anders möglich ist.

Möglicherweise wird das Back- und Bethaus abgerissen, da der Seitenflügel des Großen Hospitals saniert werden soll. Im vergangenen Stadtrat wurde eine Förderung für die Sanierung des Seitenflügels des Großen Hospitals beschlossen (AZ berichtete). Zur Sitzung kamen einige Bürger, die sich mit selbst gebackenem Kuchen für den Erhalt des Gebäudes einsetzten. In den vergangenen Jahren gab es auch schon Klagen, um den Abriss zu verhindern. Dieser steht auch nicht im Beschluss, sondern nur die Förderung für die Sanierung.

Abrissgenehmigung bestandskräftig seit 17. August 2020

Wie Thomas Kirchhoff informiert, habe der Petitionsausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt „mit einem Schreiben vom 5. März bestätigt, dass das Gebäude nicht entfernt werden darf“. Das wird in dem Schreiben damit begründet, dass „die Abbruchgenehmigung durch den Ablauf der Genehmigungsdauer von drei Jahren laut (...) Denkmalschutzgesetz erloschen ist“ und auch wenn diese nicht erloschen wäre, sei „diese nach Auffassung der oberen Denkmalschutzbehörde als Fachaufsichtsbehörde über den Landkreis rechtswidrig“ und „darf (...) nicht vollzogen werden“.

Dazu erklärt auf Nachfrage der Altmark-Zeitung die Pressestelle des Altmarkkreis Salzwedel: „Der Altmarkkreis Salzwedel vertritt die Rechtsauffassung, dass Widerspruch- und Klage aufschiebende Wirkung haben. Das bedeutet, solange die Klage beim Verwaltungsgericht anhängig war, konnte die denkmalrechtliche Genehmigung nicht in Anspruch genommen und der Abriss damit nicht vollzogen werden.“ Das Anliegen des Klägers war es, so die Pressestelle weiter, „mit der Klage beim Verwaltungsgericht Magdeburg bzw. Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt (OVG LSA), die vom Altmarkkreis Salzwedel erteilte denkmalrechtliche Abbruchgenehmigung des Back- und Bethauses vom 7. März 2017 für rechtswidrig zu erklären, um so den Abriss zu verhindern“ und weiter: „Erst mit Beschluss des OVG LSA vom 17. August 2020 ist die denkmalrechtliche Abrissgenehmigung bestandskräftig geworden und ist nun innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Diese Rechtsauffassung wurde dem Landesverwaltungsamt mitgeteilt. Bisher gibt es dazu noch keine Stellungnahme.“

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