2020 weniger Entleihungen und Besucher in Gardelegener Bibliothek

Panem ist Lese-Dauerbrenner

Laura Zerneke zeigt besonders beliebte Bücher.
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Laura Zerneke stellt die Statistik für die Bibliothek vor.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Coronabedingt war die Gardelegener Bibliothek 2020 neuneinhalb Wochen geschlossen. Es gab weniger Entleihungen und Neuanmeldungen, aber die Nachfrage nach dem Online-Angebot stieg.

Gardelegen – Sie habe mit einem größeren Einbruch gerechnet, sagt Gardelegens Bibliotheksleiterin Laura Zerneke mit Blick auf die Statistik für das vergangene Jahr. Die Einrichtung war aufgrund der Corona-Pandemie 2020 neuneinhalb Wochen geschlossen, davon im Frühjahr während des ersten Lockdowns sieben Wochen und im Dezember während des zweiten Lockdowns zweieinhalb Wochen. In dieser Zeit konnten dennoch über den Abholservice der Bibliothek Bücher entliehen werden. Mittlerweile gibt es durchschnittlich acht Anfragen dazu am Tag. „Die Listen mit den gewünschten Medien werden länger“, so Laura Zerneke.

Dennoch sank die Zahl der Entleihungen. Es wurden 2020 insgesamt 49.041 Medien ausgeliehen, 2019 gab es 60.357 Entleihungen. Laura Zerneke erklärt, dass viele Gruppen, wie Schulklassen, nicht vorbeikommen konnten, um sich Medien auszuleihen. „Viele haben sich nicht getraut oder haben nichts von den Öffnungszeiten gewusst“.

Mehr Onleihe-Nutzer

Von den 49.041 ausgeliehenen Medien gab es über die Onleihe im vergangenen Jahr 8066 Ausleihungen, 2019 waren es weniger, insgesamt 7024. Auch die Anzahl der Nutzer der Onleihe ist von 144 auf 171 gestiegen. Seit Anfang des vergangenen Jahres gibt es für Nutzer das Portal „Filmfriend“ über das Filme angeschaut werden können. Das nutzten 86.

Zurück ging die Zahl der Fernleihen, bei denen zwischen nehmend (ein Buch wird auf Nachfrage des Nutzers von einer anderen Bibliothek nach Gardelegen geholt) und gebend (Bücher aus der Gardelegener Bibliothek werden auf Nachfrage an andere Bibliotheken verliehen) unterschieden wird. Bei den nehmenden Fernleihen sank die Zahl von 179 auf 63. Die Bibliotheksleiterin begründet das mit den Einschränkungen im Studium, da Fernleihen vor allem von Studierenden genutzt werden. Die Anzahl der gebenden Fernleihen sank, weil „der Fernleihverkehr in Deutschland komplett still stand im ersten Lockdown“. Im zweiten Lockdown gab es Anfragen, aber sehr selten.

Buchreihen sehr beliebt

Besonders beliebt waren in der Belletristik Buchreihen, erzählt die Bibliotheksleiterin. „Die Leute mögen es, wenn sie zu einer Geschichte mehrere Bücher lesen können“. Es gibt sogar schon Nutzer, die bei Buchreihen nach den Fortsetzungen fragen, sobald bekannt wird, dass ein neuer Teil erscheint. Bei den Krimis und Thrillern wurde die „Strömung des Lebens“ von Nora Roberts 14 Mal und damit am meisten in diesem Genre ausgeliehen. 15 Entleihungen hatte der erste Teil „Abendglanz“ der „Gut Greifenau“-Reihe von Hanna Caspian und führt damit die Hitliste bei den Romanen an. Der erste Teil „Tödliche Spiele“ der „Tribute von Panem“-Reihe von Suzanne Collins wurde zehn Mal ausgeliehen und damit am meisten unter den Jugendbüchern. Ein beliebter Comic war im vergangenen Jahr „Simpsons Comics Kolossales Kompendium 2“ von Matt Groenning mit acht Entleihungen. Der Manga „Food Wars 1“ von Yuto Tsukada wurde fünf Mal ausgeliehen. 13 Entleihungen hatte „Die drei ??? Kids – Das Schienen-Monster“ von Boris Pfeiffer. Am meisten und zwar 25 Mal, wurde bei den DVDs „Bohemian Rhapsody“ ausgeliehen. Erwachsene liehen sich elf Mal „1913“ von Florian Illies als Hörbuch aus und das Hörbuch „Die Olchies im Zoo“ von Erhard Dietl wurde von Kindern 13 Mal entliehen. 14 Entleihungen hatte das Spiel „Pitti-Platsch Pinguin“. Bei der Sachliteratur wurde mit 13 Entleihungen „Zeitenwende 1979“ von Frank Bösch am meisten ausgeliehen.

Weniger Neuanmeldungen

Es gab 2020 weniger Neuanmeldungen. Das liegt daran, so Laura Zerneke, weil fast keine Veranstaltungen für Kinder möglich waren. Die Bibliotheks-Führerscheine erhalten Kinder von Bibliotheksmitarbeiterin Cornelia Schön. 2020 konnten coronabedingt nur sehr wenige Kinder einen Bibliotheks-Führerschein erhalten. Danach wurden sie von ihren Eltern oftmals in der Bibliothek angemeldet.

„Wir hatten einen deutlichen Einbruch bei den Veranstaltungen“, so die Bibliotheksleiterin weiter. Im Frühling konnten noch wenige Veranstaltungen durchgeführt werden, im Sommer gar keine und im Herbst „hatten wir nur kurz die Möglichkeit“, erzählt Laure Zerneke. Es konnte ein Konzert mit T&T Wollner veranstaltet werden. Deswegen gab es auch weniger Besucher als 2019. Im vergangenen Jahr waren 16 215 Besucher (inklusive denen, die an Veranstaltungen teilnahmen) in der Bibliothek. 2019 waren es 26.668.

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