540 Zugreisende mussten vier Stunden ausharren / Ersatz-ICE aus Berlin / Umsteigen in Stendal

Bremsen defekt: ICE stand still

Hottendorf / Stendal. 540 Reisende eines ICE mussten am Montagabend auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin mehrere Stunden lang in ihrem Zug ausharren.

Denn der ICE, der aus München kam und über Stuttgart, Frankfurt am Main, Kassel und Braunschweig die Hauptstadt Berlin ansteuerte, hielt auf offener Strecke in Höhe des Sportplatzes von Hottendorf zwangsweise an. Der Grund: Die Bremsen waren fest. Dieser technische Defekt sorgte dafür, dass der Schnellzug um 16. 10 Uhr in Höhe Hottendorf zum Stillstand kam. „Alle Sicherungen mussten entstört werden“, erläutert ein Sprecher der Deutschen Bahn AG aus Berlin. Denn die Bremsen hätten sich nicht mehr lösen lassen.

Das Problem: Andere Züge konnten die Passagiere in dem zu rund zwei Dritteln besetzten ICE nicht aufnehmen. Denn sämtliche parallel fahrenden Züge waren zwei Tage vor Silvester ebenfalls gut ausgebucht. „Es war schlichtweg kein Platz in anderen Zügen“, so der Bahn-Sprecher.

Also musste ein komplett neuer Zug aus dem Depot in Berlin losfahren, um die gestrandeten Fahrgäste aufzunehmen. Er wurde in Berlin zusammengestellt und machte sich auf den Weg in Richtung Hottendorf. Was eine zeitweilige komplette Sperrung der zweigleisigen Bahnstrecke zur Folge gehabt hätte, wenn es auf offener Strecke zur Evakuierung der Reisenden gekommen wäre. Aus diesem Grund wurden um 19 Uhr auch die Feuerwehren aus Hottendorf und Jävenitz alarmiert und fuhren an die Gleise, um gegebenenfalls beim Umsteigen helfen zu können.

Glück im Unglück für die Bahn: Der ICE konnte sich dann doch – wenn auch langsam – eigenständig in Bewegung setzen und steuerte den nächstgrößeren Bahnhof in Stendal an. Dort erfolgte dann der Zugwechsel: Auf dem Bahnhof stiegen die Reisenden, überwiegend Privatpersonen auf dem Weg zu Silvesterfeiern oder in den Kurzurlaub, um. Der Ersatz-ICE setzte sich nach Angaben der Bahn um 20.41 Uhr von Stendal aus in Bewegung, in der Hauptstadt kam der Zug um 21.21 Uhr an – mit rund vierstündiger Verspätung.

Eine Gefahr für die Reisenden habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, stellt die Bahn klar. Und: Während der Wartezeit habe stets Kontakt zur Strom-Oberleitung bestanden, so dass sowohl die Heizung funktionierte als auch die gastronomische Versorgung und die Toiletten. „Es musste niemand frieren“, so der Bahnsprecher.

Von Stefan Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

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