Stadtverwaltung will Geld für die Dörfer künftig „zielgerichtet ausgeben, nicht mit der Gießkanne“

Brauchtum: Zurück auf drei Euro

Das Sparschwein soll auch 2014 nach Auffassung von Bürgermeister Konrad Fuchs regieren. Deshalb soll das Brauchtumsmittel-Budget wieder auf drei Euro pro Einwohner herabgesetzt werden.

Gardelegen. Das Thema Geld für Brauchtumspflege ist seit mehreren Jahren ein Streitthema im Gardelegener Stadtgebilde. Und es könnte in den nächsten Wochen erneut zu Diskussionen führen.

Denn wenn im Februar der städtische Haushalt diskutiert wird, dann geht die Stadtverwaltung von drei Euro pro Einwohner für die „Förderung der Brauchtumspflege“ aus. Das bestätigt Bürgermeister Konrad Fuchs auf Anfrage der Altmark-Zeitung. „Wir werden diese Zahl in den Haushaltsplan einarbeiten“, so Fuchs.

Soll heißen: Die jeweiligen Ortschaftsräte können für ihre Vereine und Organisationen vor Ort in diesem Jahr über drei Euro pro Einwohner verfügen. Diese Summe gab es auch in den vergangenen Jahren – sie wurde allerdings 2013 im Rahmen der damaligen Haushaltsdiskussion auf 4,50 Euro aufgestockt, weil die Finanzlage der Stadt es seinerzeit nach Auffassung des Stadtrates hergab. Diese Erhöhung hatte der Stadtrat beschlossen – Fuchs selbst hält drei Euro generell für ausreichend. Ob diese Quasi-Reduzierung auf wieder nur drei Euro auch eine Mehrheit im Gardelegener Stadtrat findet, ist unklar und wird sich im Rahmen der anstehenden Haushaltsdiskussion entscheiden.

Für Fuchs sind drei Euro pro Einwohner auch deshalb ausreichend, weil es für die jeweiligen Ortschaften Geld aus einem anderen Topf geben kann. Denn der Bereich Kinder- und Jugendarbeit soll mehr als bisher gefördert werden. „Dieser Topf soll finanziell aufgestockt werden“, erläutert der Bürgermeister.

Dies hätte zur Folge, dass Veranstaltungen beispielsweise von Kinder- und Jugendfeuerwehren, Sportvereinen oder Jugendclubs extra bezahlt werden können, also nicht unter Brauchtumsmittel fallen. Nötig wäre dafür aber jeweils ein eigener Antrag. „Wir wollen künftig gezielter fördern“, betont Fuchs. „Und nicht einfach so mit der Gießkanne.“

Drei Euro pro Einwohner und Jahr hieße beispielsweise für die größte ehemalige Gemeinde im jetzigen Gardelegener Stadtgebiet, nämlich Mieste, eine Summe von etwa 6300 Euro, die der Ortschaftsrat in diesem Jahr an die Vereine und Organisationen vor Ort verteilen kann. Gegenbeispiel: Seethen, das aktuell nur 146 Einwohner hat, bekäme für das gesamte Jahr 2014 gerade mal 438 Euro. Seethens Ortsbürgermeister Gerald Adler plädiert deshalb für eine Mindestsumme, was die kleinen Dörfer betrifft. Denn „mit weniger als 450 Euro kann ich so gut wie gar nicht haushalten, damit kann man praktisch nichts auf die Beine Stellen.“

Von Stefan Schmidt

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