,Brauchen kein Vorzeigeobjekt´

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Der Vorstand des SV Komet findet die Solpker Sporthalle zum Üben und Trainieren vollkommen ausreichend. Von einem „Riesenproblem“ könne nicht die Rede sein.

Solpke - Von Elke Weisbach . „Wer jemals in dieser Halle gewesen ist, weiß wovon ich spreche.“ Die Sporthalle in Solpke sei ein Fass ohne Boden, ein Riesenproblem. Dort sei ewig nichts mehr gemacht worden. Diese Aussagen von Gardelegens Hauptamtsleiter Klaus Richter während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses, der auch der Solpker Grundschule keine Zukunft prophezeite, stößt nicht nur den Solpkern, sondern vor allem dem Sportverein (SV) Komet, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, sauer auf.

Denn nichts davon entspreche der Wahrheit, machte der Sportvereinsvorstand am Mittwochabend der AZ gegenüber deutlich. Er hatte in die Sporthalle gebeten, um deutlich zu machen, dass sie „für uns kein Riesenproblem ist“, erklärte Dietmar Collatz, stellvertretender Vorsitzender. Nach der Wende sei viel gemacht worden. Die Hallendecke inklusive Beleuchtung sowie der Sozialtrakt mit den Umkleideräumen, Duschen und Toiletten wurden saniert, die Heizung erneuert. Vieles wurde von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung erbracht, so zum Beispiel die 1000 Quadratmeter alte Decke entsorgt sowie Wasser und Abwasser neu verlegt. Ihr Fazit: Die Halle sei in einem gutem Zustand. Sie werde gepflegt. Alles sehe immer noch aus wie neu.

„Wir sind der Überzeugung, dass man hier vernünftig Sport treiben kann“, erklärte Collatz. Und mehr wolle der Sportverein auch nicht, da Wettkämpfe in ihr nicht mehr stattfinden. Das sieht nicht nur der Vorstand des SV Komet so. Denn die möglichen Übungszeiten in der Halle sind die Woche über zwischen 18 bis 22 Uhr alle belegt, auch von Vereinen von außerhalb. Das erläuterte Wilfried Schlitter, Verantwortlicher über die Finanzen im Verein, der auch noch einmal deutlich machte: „Wir haben eine Halle, in der wir üben und trainieren können. Wir brachen kein Vorzeigeobjekt.“ Aus diesem Grund habe der Verein in den vergangenen Jahren auch nie Finanzbedarf angemeldet und habe es auch in nächster Zukunft nicht vor, so dass keine zusätzlichen Kosten entstehen.

In der Woche wird, wie Schlitter aufzählt, die Halle von rund 400 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt – inklusive der Grundschüler. Im Einzelnen sind das die beiden Frauengymnastikgruppen, die Alten Herren im Handball, die Tischtennis-Sektion und die Volleyballer des SV Komet, zwei Solpker Kindersportgruppen, die SG Solpke/Mieste im Handball mit den Männern I und II sowie den Frauen, die Alten Herren im Fußball Breitenfeld/Jeggau, die Fußballer – Jugend und Männer – von Chemie Mieste und die Fußballer Alte Herren vom SV Grün-Weiß Potzehne sowie zeitweise dessen erste Männermannschaft. Weiterhin nutzen die Kindertagesstätte und der Hort Solpkes die Halle. Und alle zahlen entsprechende Nutzungsgebühren. Die Übungszeiten sind durch die einzelnen Übungsleiter abgesichert, die die Halle auch öffnen und schließen sowie dafür sorgen, dass das Licht aus ist, die Wasserhähne zu sind und die Heizung zurück gedreht wird. Dafür werde laut Schlitter kein Hausmeister benötigt.

Dass der Vorstand von der Aussage Richters enttäuscht ist, könne wohl jeder verstehen, so Schlitter. „Denn wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, für unsere Sportler da zu sein und viele für den Sport zu interessieren.“ Und Grundvoraussetzung dafür sei nun einmal die Sporthalle. Denn sie und der Sportverein, so Dietmar Collatz, gehören einfach zu Solpke. „Wenn das wegbricht, dann bricht auch ein großer Teil des Dorflebens weg und die jungen Leute ziehen weg.“ Das gilt auch für die Grundschule, wie Bettina Koplenig von der Abteilung Kinder und Jugendliche ergänzt. Auch sie dürfe nicht geschlossen werden.

Die größten Kosten für die Sporthalle seien derzeit die Heizkosten. Da könne aber im Moment nichts geregelt werden, erläuterten die Vorstandsmitglieder, da bis 2013 ein Wärmevertrag zwischen der Gemeinde Solpke und der Avacon über ein Abnahmemuss bestehe. Erst in knapp zwei Jahren werde die Kommune Eigentümerin der Heizungsanlage, an die auch die Schule angeschlossen ist, und könne sie entsprechend regeln. Beispielsweise könne sie über das Wochenende dann komplett heruntergefahren werden, da die Halle nicht genutzt wird. Darüber hat sich der Komet-Vorstand bereits Gedanken gemacht und hofft, diese Sparmaßnahme dann auch noch umsetzen zu können.

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