Stadtrat lässt Einsatzgeld für Feuerwehren unangetastet / Massive Präsenz der Brandbekämpfer

Es bleibt bei zehn Euro pro Einsatz

Etliche Feuerwehrleute saßen am Montagabend im Rathaussaal, um die Abstimmung über das Einsatzgeld mitzuverfolgen. Letztlich bleibt alles wie bisher: Zehn Euro pro Einsatz und Nase gibt es auch weiterhin. Foto: Schmidt

Gardelegen. Am Sonntagnachmittag ging mal wieder die Sirene. Kaffeezeit, Familienzeit. Die Gardelegener Feuerwehr rückte aus. Ins Gewebegebiet. Es brannte nichts, es handelte sich stattdessen um einen Fehlalarm.

„Aber man fährt von Zuhause weg, man eilt ja trotzdem zum Gerätehaus“, erklärte Sven Rasch, selbst Feuerwehrmann und Mitglied der Feuerwehr-Fraktion im Gardelegener Stadtrat, während der Sitzung am Montagabend. Dafür, dass die ehrenamtlichen Helfer tagsüber, am Wochenende und auch mitunter nachts raus müssen, sei ein Einsatzgeld gerechtfertigt, erklärte er.

Um dieses Einsatzgeld ging es im Rahmen der Haushaltsdebatte am Montagabend. Zehn Euro pro Kamerad und Einsatz gibt es aktuell für alle Feuerwehren im neuen Gardelegener Stadtgebiet. Eine Regelung, die es seit dem Jahr 2009 für die Kernstadt gibt und die nun nach der Gebietsreform auf alle Wehren im Umkreis ausgedehnt wurde. Für viele Feuerwehren gibt es dieses Einsatzgeld somit seit Jahresbeginn zum ersten Mal.

Eine Kürzung mochten sie dennoch nicht hinnehmen. Das bewiesen die Frauen und Männer, indem sie zahlreich zur Stadtratssitzung erschienen waren. In Uniformen und in den ersten Reihen saßen sie im Publikum und verfolgten aufmerkam die Diskussion zu diesem Thema.

Für die Belange der Feuerwehr setzte sich Finanzausschuss-Chef Jens Bombach ein. „Bei freiwilligen Aufgaben sind wir freigebig“, erinnerte er an den wenige Minuten zuvor beschlossenen Weiterbau des Dannefelder Dorfgemeinschaftshauses (siehe Lokalseite 4). „Aber bei den Pflichtaufgaben wollen wir sparen...“, so Jens Bombach kopfschüttelnd.

Torsten Schoof, ebenfalls Feuerwehrmann und Mitglied der Feuerwehr-Stadtratsfraktion, betonte, dass das Einsatzgeld „keine Bezahlung“ für die Kameraden sei, „sondern eine Anerkennung.“ Was die Mitglieder der Feuerwehr-Fraktion darüber hinaus wurmt, ohne dass dies am Montagabend nochmals zur Sprache kam: Viele Stadträte, die eventuell bereit sind, bei der Feuerwehr zu sparen, haben dies bei den eigenen Ortsbürgermeister-Gehältern nicht getan. Diese bleiben auch im nächsten Jahr, trotz klammer Kasse, unangetastet.

32 der 35 Stadträte stimmten letztlich für die Beibehaltung der Einsatzgeld-Höhen.

Von Stefan Schmidt

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