Gardelegens Stadtrat spricht sich gegen geplante Kürzung des Brauchtumsgeldes aus

Es bleibt nun doch bei 4,50 Euro

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Die Dörfer im Gardelegener Stadtgebiet erhalten auch in diesem Jahr pro Einwohner 4,50 Euro an Brauchtumsgeld. Das hat der Gardelegener Stadtrat beschlossen. Eine von der Verwaltung angestrebte Kürzung ist somit vom Tisch.

Gardelegen. Es bleibt alles so wie bisher. Die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates haben am Montagabend mit großer Mehrheit für 4,50 Euro als Brauchtumsgeld pro Einwohner votiert.

Den entsprechenden Antrag hatte die Vorsitzende der Gemischen Fraktion, Regina Lessing, gestellt. Die Gemischte Fraktion besteht überwiegend aus Vertretern der Dörfer, Regina Lessing selbst ist Ortsbürgermeisterin von Letzlingen.

Eigentlich hatte die Stadtverwaltung im Vorfeld der bald anstehenden Haushaltsberatung eine Kürzung der Brauchtumsmittel auf nur noch 2,50 Euro – zuzüglich einen Euro pro Einwohner für Repräsentationen – angestrebt (wir berichteten). Dies hat der Stadtrat nun abgelehnt.

Einher ging der Beschluss mit dem Votum, dass die Ortschaften das Geld schon ab sofort ausgeben dürfen. Und das, obwohl es noch keinen Haushalt gibt. „Aber im Frühjahr finden die meisten Feste statt“, begründete Regina Lessing diesen Antrag. Ihr Argument: Wenn der Haushalt möglicherweise erst im Juli beschlossen wird, sind viele Feierlichkeiten bereits vorüber, müsse das Geld bereitgestellt worden sein.

Dem Antrag der Gemischten Fraktion konnte die Linksfaktion „nur zustimmen“, erklärte Vorsitzender Ralf Linow. Etwas anders sah dies Peter Wiechmann (SPD-Fraktion). Er bemängelte nicht zum ersten Mal, dass es für die Kernstadt kein Brauchtumsgeld gibt. Das wiederum brachte Regina Lessing auf die Palme: „Ich wäre jetzt am liebsten über den Tisch gekommen.“ Ihr Tipp an Wiechmann: „Mal den Haushalt lesen.“ Dort gibt es Positionen, die es Gardelegener Vereinen ermöglicht, Geld abzufordern.

SPD-Stadtratsmitglied Jörg Marten bat um eine „Auflistung“ dessen, wofür Brauchtumsgeld eigentlich ausgegeben wird. So könne gewährleistet sein, dass das Geld auch wirklich sinnvoll ausgegeben werde: „Weihnachtsessen für Ortschaftsratsmitglieder zu finanzieren, ist kein Brauchtum“, argumentierte er. Genau dies ist vor einigen Jahren in der früheren Gemeinde Hemstedt geschehen. Erneute Replik von Regina Lessing: Dies sei „ein Einzelfall“ gewesen. Deshalb aber gleich einen Generalverdacht zu erheben, sei nicht fair.

Gegen die Nicht-Kürzung des Brauchtumsgeldes stimmte im Stadtrat einzig Bürgermeister Konrad Fuchs. Peter Wiechmann enthielt sich.

Von Stefan Schmidt

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