„Wir haben das Tanzen vermisst“

Bis zur neuerlichen Notbremse konnte in Gardelegen draußen getanzt werden 

Die Gruppe „Dream DancA“ probte am vergangenen Mittwoch draußen.
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Für die zehn Mädchen der Gruppe „Dream DancA“ und ihren Tanzlehrerinnen Juliane Fadel (von links) und Hanna Gäde war es am vergangenen Mittwoch die vor erst letzte Probe.

In der vergangenen Woche wurde in Gardelegen noch draußen getanzt. Aber seit der beschlossenen Notbremse finden die Proben wieder online statt.

Gardelegen – „Wir hatten gerade wieder Fahrt aufgenommen“, erzählte Thomas-Ansgar Müller, der in Sachsen-Anhalt die Tanzschule Müller betreibt. Denn durch die beschlossene Notbremse dürfen ab sofort nur noch fünf Schüler unter 14 Jahren zusammen trainieren. „Außerdem müssten sich unsere Tanzlehrer täglich testen lassen. Da ist der Aufwand einfach zu groß“, sagte Müller.

So fand am vergangenen Mittwoch vor erst die letzte Probe der „Dream DancA“ in Gardelegen statt. Die zehn Mädchen trainierten draußen, wo es genügend Abstand zwischen den Schülern gab. Auch mussten sie, bis die Stunde begann, eine Maske tragen. Eine Stunde tanzten sie dann aber mit großer Freude die Choreografien von Tanzlehrerin Juliane Fadel nach. Dennoch sei es „auch nicht so das Wahre“, merkte Hanna Gäde an, die Juliane Fadel vertreten hatte, als diese in Quarantäne war. Aber die zehn jungen Tänzerinnen waren sich einig: „Wir haben das Tanzen vermisst!“ Und Tanzschülerin Luise Rämke ergänzte: „Zuhause war es langweilig.“

Etwa einen Monat war unter anderem am Gardelegener Standort das Training unter freiem Himmel möglich. „Dass wieder trainiert werden darf, ist auch für das Seelenheil der Tanzlehrer gut“, erzählte der Tanzschulenbesitzer. Auch die Kinder seien wieder froh, tanzen zu können. „Wir waren schon heiß darauf“, lachte der 52-Jährige.

Aber aktuell muss die Tanzschule wieder auf den Online-Unterricht umstellen. Diese Möglichkeit gab es für die Tanzschüler schon beim vergangenen Lockdown. „Wir wollten versuchen, die Leute einfach an uns zu binden“, erzählte Müller. Für ihn war es überraschend, dass es so gut ankam.

Durch den Lockdown haben 272 Tänzer die Mitgliedschaft gekündigt und auch zu den kurzzeitig erlaubten Tanzstunden im Freien seien nicht immer alle gekommen.

Der 52-Jährige hat die Hoffnung, dass die Zahlen heruntergehen, sodass die Testpflicht für die Lehrer wegfällt und wenigstens die unter 14-Jährigen trainieren dürfen. „Dann können wir die Gruppen teilen. Auch wenn es in einigen Gruppen schwierig wird, weil diese aus 14- und 15-Jährigen bestehen“, merkte Müller an. Am Ende ist Thomas-Ansgar Müller seinen Tänzern dankbar „die das alles mitgetragen haben.“

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