Posse um Sichaus Rasentraktor ist noch nicht ganz beendet: Bürgermeister soll Stellung nehmen

Bierstedt: „Ich ringe noch mit mir“

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Vor drei Jahren ging es beim Dorffest in Sichau hoch her. Damals wurde auch der gemeindeeigene Rasentraktor versteigert – der Bürgermeister durfte ihn mit nach Hause nehmen.

Sichau. Das Thema ist noch nicht ganz durch. Obwohl: Eigentlich doch. „Der Gardelegener Stadtrat hat mich ja nun entlastet“, erklärte Burkhard Bierstedt, Sichaus Ortsbürgermeister, während der Ratssitzung am Donnerstagabend.

Es geht um den Rasentraktor, den die damals noch eigenständige Gemeinde Sichau im Juni 2009 während ihres Dorffestes versteigert hat. Nur wenige Tage nachdem eben dieser Traktor auf Gemeinekosten repariert worden war. Kosten für die Reparatur: 382,67 Euro. Einnahme durch die Versteigerung: 380 Euro. Und „dass ich selbst bei der Versteigerung gewonnen habe, war ja nicht abzusehen“, so Burkhard Bierstedt. Denn der Bürgermeister selbst war es, der den Traktor mit nach Hause nahm.

Das Rechnungsprüfungsamt des Kreises bemängelte die damalige Praxis, der Gardelegener Finanzausschuss – er hatte die 2009-er Jahresrechnung im Frühjahr auf dem Tisch – monierte die Vorgehensweie ebenfalls. Doch der Stadtrat entlastete Bierstedt im April, wenn auch knapp mit 15:13 Stimmen.

Der Sichauer Dorfchef gibt zu, dass die Sache „etwas unglücklich gelaufen“ sei. Und: „Jeder macht mal Fehler.“ was ihm und den übrigen Ratsmitgliedern aber immer noch aufstößt, ist die Tatsache, dass von Seiten der Stadtverwaltung und der Stadträte niemand mit ihnen gesprochen habe. Auch die Erklärung von Stadt-Kämmerer Maik Machalz auf Nachfrage im Stadtrat, man habe den Sichauer Bürgermeister nicht für eine Stellungnahme erreichen können, glaubt Burkhard Bierstedt nicht. „Ich bin erreichbar, habe zur Not einen Anrufbeantworter. Und selbst die Post braucht höchstens zwei Tage zu mir.“

Nun aber hat er doch noch Post von der Stadt bekommen. Mit der Aufforderung, sich zum Traktorkauf schriftlich zu äußern. „Ich ringe noch mit mir“, erklärte Bierstedt am Donnerstagabend. Ob er überhaupt antworten werde, das wisse er noch nicht. „Das kann noch ein wenig dauern.“

Denn ärgerlich sind die Sichauer Ortschaftsräte auch deshalb, weil es sich bei dem Streit um den Rasentraktor um eine vergleichsweise geringe Summe handele. „In Berge“, so Burghard Bierstedt unter dem zustimmenden Nicken der übrigen Anwesenden, „hat die Stadtverwaltung einen Fehler gemacht, da musste das Tafohäuschen wieder umgesetzt werden.“ Für immerhin 9 000 Euro. „Darüber redet aber niemand“, so monierte der Sichauer Rat.

Von Stefan Schmidt

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