Druckwasserleitung aus Richtung Kalbe ist betroffen

Betonkorrosion: Kanaleinbruch im Klärwerk Gardelegen

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Im Gardelegener Klärwerk hat es eine Havarie an einer der wichtigsten Leitungen gegeben. Der Schaden muss nun so schnell wie möglich behoben werden.

Gardelegen – Anfang der 1990er Jahre, so schätzt Karsten Scholz, der Technische Leiter beim Gardelegener Wasserverband, sei die Leitung wohl im Zuge der damaligen Erweiterung des Gardelegener Klärwerks verlegt worden. Und zwar mit Betonwänden.

„Und das rächt sich nun“, erklärte er während der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung.

Denn dieser Beton ist korrodiert. Die Folge: In der vergangenen Woche gab es auf dem Gelände des Klärwerks an der Isenschnibber Chaussee am Stadtrand von Gardelegen einen Kanaleinbruch, hervorgerufen durch eine durch Schwefelwasserstoff bedingte Korrosion. Das betroffene Stück dient als Einbindung der Druckleitung aus dem Bereich Kalbe.

Dieser 45 Meter lange Abschnitt müsse nun, so berichtete Karsten Scholz weiter, komplett erneuert werden. „Wir haben umgehend eine Krisensitzung einberufen“, mit der Baufirma und dem Materiallieferanten. Weil Beton „nicht korrosionsbeständig“ sei, wie Scholz weiter ausführte, soll nun – wie schon bei der Verlegung der Druckleitung aus Kalbe – Kunststoff eingesetzt werden. Kunststoff ist säurebeständig, eine Havarie wie bei einer Betonleitung ist also eher unwahrscheinlich. Bis dahin wird innerhalb des auf dem Klärwerksgelände vorhandenen Leitungssystems umgeleitet.

Die Kosten für diese Erneuerungsmaßnahme liegen bei knapp 65 000 Euro. Eine Summe, die eigentlich erst der vorherigen Zustimmung der Verbandsversammlung bedurft hätte. Doch weil „dringender Handlungsbedarf“ bestehe, wie Karsten Scholz betonte, habe man bereits unmittelbar nach der Krisensitzung und somit wenige Tage vor der Verbandsversammlung gehandelt, um keine Zeit zu verlieren. Die Mitglieder der Verbandsversammlung erteilten denn auch nachträglich ihre Zustimmung zu dieser Investition. Zumal das dafür benötigte Geld, so erläuterte Karsten Scholz abschließend, im Haushalt des Gardelegener Wasserverbandes vorhanden sei.

VON STEFAN SCHMIDT

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