Begehung auf dem Gardelegener Wall mit interessierten Einwohnern

Allee-Charakter auch mit Baumlücken?

Menschengruppe an Bäumen
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Auf dem Gardelegener Wall fand eine Begehung statt.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Auf dem Wall in Gardelegen müssen Bäume gefällt werden. Dazu gab es eine Begehung.

Gardelegen – Es gibt eine Neu-Orientierung in der Gardelegener Stadtverwaltung. Seit sechs Wochen ist nicht mehr das städtische Bauamt für den Wall, den Grüngürtel rund um die Gardelegener Altstadt, zuständig. Verantwortlich sind nun die Mitarbeiter aus dem Bereich Grün-und Parkanlagen, wie Mitarbeiterin Dagmar Bauer am Donnerstag erläuterte. „Wir müssen uns deshalb auch erstmal in die Thematik einarbeiten.“ Dagmar Bauer traf sich mit ihrem Kollegen Benjamin Ehlers auf dem Tivoli-Platz an der Schillerstraße, um mit interessierten Einwohnern einen Wall-Rundgang zu machen. Thema: Jene Bäume, die bereits seit Wochen mit roter Farbe markiert sind und bald gefällt werden sollen, weil sie krank und abgestorben sind. Mit dabei war auch Karsten Bierstedt vom Kreis-Umweltamt.

„Gefahrenabwehr greift“

Bierstedt erläuterte, dass Bäume – zumal alte Bestände wie die auf dem Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Wall – zwar grundsätzlich geschützt seien. „Es sei denn, die Gefahrenabwehr greift.“ Soll heißen: Wenn die Bäume eine Gefahr darstellen, müssen sie abgeholzt werden.

Darüber herrschte in der Runde, die sich vom Tivoliplatz losbewegte, auch weitgehend Einigkeit. Nicht aber über die Frage der Neubepflanzungen. „Es sind in der Vergangenheit Fehler gemacht worden“, kritisierte Reiner Leppek. Und Peter Wiechmann, der auch Stadtratsmitglied ist, sprach – nicht zum ersten Mal – das Thema Neuanpflanzungen an. „Drei Bäume werden gefällt, aber nur einer neu gepflanzt“, behauptete er. Und: Neu angepflanzt werde „irgendwo“ und zu selten dort, wo die Bäume vorher standen.

Dem entgegnete Benjamin Ehlers: Es mache nicht immer Sinn, junge Bäume genau dort zu pflanzen, wo der Altbestand war. Die Gefahr, dass sie nicht anwachsen würden, sei dann vorhanden. Außerdem: „Ein Allee-Charakter wie auf dem Wall“ bleibe auch dann bestehen, „wenn es mal eine Baumlücke von zehn Metern gibt“.

Die farblich markierten Bäume auf dem Gardelegener Wall sollen voraussichtlich im Februar abgeholzt werden.

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