Noch ist es ein zartes Pflänzchen

Baumpflanz-Aktion der Gardelegener Stadträte: AfD will Antrag stellen

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Baumpflanzungen wie hier im Gardelegener Bürgerpark hat es in der Vergangenheit bereits gegeben. Ob die Stadträte dies auch tun, steht noch nicht fest.

Gardelegen – Die Anregung kam vom Stadtrats-Ältesten. Georg Krutzfeld eröffnete im Juli die neue Legislaturperiode im Gardelegener Rathaussaal. Diese erste Rede im neuen Gremium bleibt traditionsgemäß dem an Jahren ältesten Stadtratsmitglied vorbehalten.

Und das war vor rund einem halben Jahr eben jener Georg Krutzfeld, der erstmals in einem kommunalpolitischen Parlament sitzt und Mitglied der AfD-Fraktion ist.

Krutzfeld schlug seinerzeit vor, dass jedes Stadtratsmitglied einen Baum pflanzt. Als Symbol für ein Gedeihen der Stadt und als äußeres Zeichen des Zusammenhalts aller Stadträte, wie Krutzfeld seinerzeit seine Idee interpretierte. Die Idee Krutzfelds war bei der Eröffnungssitzung erstmal nur eine Anregung, einen offiziellen Antrag Krutzfelds oder der AfD-Fraktion gab es bis heute nicht. Zumindest nicht einen solchen, den die Stadträte irgendwann vor sich liegen hatten.

Genau dies bemängelte der Wernitzer Dr. Walter Jakel während der Einwohnerfragestunde im vergangenen Stadtrat. Er nannte sich selbst „besorgter Bürger“ und fragte nach, wann denn der Stadtrat „den Vorschlag des Stadtrats-Ältesten“ umzusetzen gedenke und eine solche Baumpflanz-Aktion ins Leben rufen wolle.

Antwort von Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher: Die AfD-Fraktion habe nach der Krutzfeld-Idee tatsächlich einen Antrag gestellt, der aber in Absprache mit der Gardelegener Stadtverwaltung überarbeitet und somit nochmals gestellt werden soll. Dies bestätigte während der Stadtratssitzung der AfD-Fraktionsvorsitzende Gunnar Itagaki: „Ein solcher Antrag ist bei uns in Arbeit.“ Und Mandy Schumacher verdeutlichte, dass man keinen der 36 Stadträte zwingen könne, ein solches Bäumchen auch tatsächlich zu pflanzen. Wobei der Vorschlag des AfD-Mannes Krutzfeld, dies auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe zu tun, wo die Nazis unmittelbar vor Kriegsende 1016 KZ-Häftlinge umbrachten, unrealistisch ist. Dort ist eine Baumpflanz-Aktion wegen der Denkmalschutz-Auflagen eher nicht umsetzbar.

Jakel war mit der Antwort im Stadtrat unzufrieden. Auf nochmalige Nachfrage, wann denn nun endlich gepflanzt werde, antwortete Mandy Schumacher kurz und knapp. „Bis zum Ende dieser Legislaturperiode:“ Diese Aussage wertete Jakel wenige Tage später – diesmal als BUND-Kreisvorsitzender – als „schockierend.“ Dies bedeute, so Jakel mahnend, „eine solche symbolische Geste des Baum-Pflanzens...will der Stadtrat ganze fünf Jahre vor sich herschieben.“ Schumachers Aussage könnte aber auch bedeuten, dass die Baumpflanz-Aktion noch dieses Jahr stattfinden wird.

Jakel – er hatte sich erfolglos über die Freie Liste für den Miester Ortschaftsrat beworben – kommentiert die noch nicht durchgeführte Baumpflanz-Aktion als Zeichen dafür, dass „der Stadtrat die allgemeinen gesellschaftlichen Probleme nicht genügend aufgreift und damit zunehmend Gefahr läuft, sich von den eigenen Wählern zu distanzieren.“

Aufgegriffen wurde das Thema nochmals bei der Sitzung des Bauausschusses am Montag. Gudrun Gerecke informierte, dass es bereits 21 Bäume gibt, die gepflanzt werden könnten. Geklärt werden müsste allerdings, ob alle Bäume an einer Stelle gepflanzt werden sollen und wenn ja wo, sowie ob alle Stadträte gemeinsam die Bäume pflanzen oder jeder für sich. Genau das sei unklar. „Ich weiß nicht, ob alle eine gemeinsame Aktion daraus machen wollen“, so Gudrun Gerecke weiter. Gustav Wienecke erklärte, dass die CDU-Fraktion sich dazu besprochen hat und ein zentraler Platz ausgesucht werden soll und dass der Stadtrat die Bäume dort dann pflanzen soll und nicht die Fraktionen.

VON STEFAN SCHMIDT

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