Blick auf die neue Kirchendecke / Weitere Baumaßnahmen geplant

Bauarbeiten an Ipser Kirche fast beendet 

Die historischen Deckenmalereien werden in die neue Decke der Ipser Dorfkirche eingebaut.
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Die historischen Deckenmalereien werden in die neue Decke der Ipser Dorfkirche eingebaut.

Ipse – Ein Gerüst versperrt derzeit noch den Blick auf die Decke in der Ipser Kirche. Dort wurden in den vergangenen Tagen bereits fast alle Bretter mit den historischen Malereien an die neue Decke angebracht. Die Malereien sind aus der Renaissance.

Neun verschiedene Ornamenttypen zeigen die historischen Deckenmalereien.

Zu sehen sind unter anderem Sterne, Löwen, Rosen und Greife. Entdeckt wurden die historischen Deckenmalereien bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2008. Bis 2016 wurden Deckenelemente auf dem Dachboden der Kirche eingelagert. Ein Jahr später wurden die Deckenmalereien von der Restauratorin Helma Konstanze Groll und drei Studentinnen gereinigt, gesichert und digital erfasst. Die Ornamente, erzählt Helma Konstanze Groll, wurden nicht übermalt. „Wo etwas verloren war, wurde nur das Muster geschlossen“, so die Restauratorin weiter.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Erneuerung der Dachkonstruktion in diesem Jahr wurden nochmals fünf Quadratmeter bemalte historische Deckenelemente gefunden. Auch diese werden in die Decke eingearbeitet.

Derzeit steht auch noch um die Kirche ein Gerüst. Es wird das Dach des Chores mit alten Ziegeln neu eingedeckt. Dazu werden Ziegel vom Gardelegener Rathaus wieder verwendet. Die Ziegel waren eingelagert, nachdem das Rathaus vor einigen Jahren neu eingedeckt wurde.

In nächster Zeit ist geplant, den Anschluss des Wandputzes an die Decke anzugehen. Tilo Motschall, Vorsitzender des Vereins Ipse Excitare, informiert weiter, dass bereits mit einer Machbarkeitsstudie begonnen wurde. Diese soll klären, woher die Feuchtigkeit in der Kirche kommt. An den Wänden im Inneren der Kirche befindet sich sogenannter biogener Bewuchs. An den Außenwänden fehlt eine Dachrinne, was kritisch wegen des Außenputzes ist. Das Spritzwasser wäscht die Außenwände aus. Das ist besonders an der Nordseite der Kirche kritisch, da sich dort noch historischer Putz befindet, der bisher nicht behandelt wurde, erklärt Helma Konstanze Groll. Bei starker Witterung oder Frost könnte der Putz verloren gehen. An der Ostseite der Kirche erfolgte deswegen bereits eine Notsicherung. Der Außenputz könne aber erst angegangen werden, wenn das Problem mit der Feuchtigkeit geklärt ist. Davon sind auch weitere Vorhaben abhängig. „Ohne die Feuchtigkeitsstudie können wir nicht weiter machen“, so Tilo Motschall. In zwei Jahren soll das Konzept fertig sein.

Die derzeitigen Arbeiten an der Ipser Kirche müssen bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein. Das schreibt die Richtlinie für Leader-Förderungen vor. Die Erneuerung der Dachkonstruktion und der Einbau der historischen Deckenmalereien wurde mit Leader-Fördermitteln umgesetzt. VON INA TSCHAKYROW

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