Schulweg

Bahnhofstraße: Von 7 bis 7.30 Uhr künftig 30 km/h

Die Schulbusse kommen an, die Schüler steigen aus und machen sich im Pulk auf den Weg, um über die Bahnhofstraße und weiter zum Gymnasium zu gelangen. Ein Fußgängerüberweg wäre laut Dirk Kuke hilfreich. Fotos: privat

GARDELEGEN -  Morgens am Gardelegener Bahnhof, dem Aussteige- und Umsteigeplatz für einen Großteil der Schüler, die das hiesige Gymnasium besuchen oder auch zu anderen Schulen weiter fahren.

„Nahezu im Sekundentakt treffen zwischen 7.05 und 7.15 Uhr die Schulbusse auf dem völlig unzureichenden Haltestellenbereich vor dem Bahnhof ein. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort ist ein reibungsloser Busverkehr nicht möglich. Zwischen rangierenden und wartenden Bussen müssen sich daher die Schüler ihren Weg auf die andere Straßenseite suchen. Hinzu kommt, dass der öffentliche Straßenverkehr sehr wenig Rücksicht auf diesen Sachverhalt nimmt und versucht mit zum Teil ungedrosselter Geschwindigkeit sein Vorfahrtsrecht durchzusetzen. Rücksichtnahmen sind eher selten. Da auch keinerlei Fußgängerüberwege vorhanden sind, die ankommenden Busse mögliche Übergänge blockieren, suchen sich zwangsläufig die Schüler ihren Weg allein, welcher zu jeder Zeit eine sehr hohe Gefahrenquelle für alle Beteiligten darstellt.“ So hat Dirk Kuke aus Weteritz den Sachverhalt beschrieben, nachdem ein Freund ihn auf die nicht haltbare Verkehrssituation, die nicht neu, aber immer noch unverändert ist, hingewiesen und er sich mit eigenen Augen an zwei Tagen davon überzeugt hat. An einem Tag sei sogar eine Polizeistreife vor Ort gewesen, die aber nicht regulierend eingriff.

Lebensgefährlich

„Lebensgefährlich, was sich innerhalb von zehn Minuten am Bahnhof abspielt. Und der Zustand ist bekannt. Hier ist Gefahr im Verzug und es sollte reagiert werden“, so Kuke. Denn der Schulweg sei ein wichtiger Bestandteil im täglichen Alltag der Kinder und Jugendlichen. Obwohl er im Verantwortungsbereich der Eltern liege, sollte es der Schule und insbesondere dem Schulträger ein Anliegen sein, dass zu jedem Zeitpunkt die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen gewährleistet werde. Zumal ein großer Anteil der Eltern gar keine Möglichkeit habe, ihre Kinder tagtäglich auf dem Weg zur Schule zu begleiten.

Hier sei unbedingte Eile geboten, diesen Sachverhalt zu verändern und sichere Wege für die Schüler zu schaffen, erklärt Dirk Kuke. Denn es könne nicht Aufgabe der Eltern sein, für sichere Fußgängerüberwege zu sorgen oder gar regulierend vor Ort einzugreifen, in dem Elternvertreter als Schülerlotsen eingesetzt werden. Ob Fußgängerüberwege der Weisheit letzter Schluss seien oder der Einsatz aufeinander abgestimmter Fußgängerampeln optimaler wäre, ist zu untersuchen. Das Gesamtkonzept des Haltestellenbereiches muss, so Kukes Meinung, dringend überarbeitet werden, um die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Denn dass es bisher zu keinem ernsthaften Unfall mit Verletzten gekommen ist, ist letztendlich auch der Geduld der Busfahrer zu verdanken, die mit einer Engelsgeduld diese Situation meistern.

Um Bewegung in diese Sache zu bringen, hat das Mitglied der Freien Liste in Absprache mit der Stadtratsfraktion vor einigen Tagen einen entsprechenden Antrag an das städtische Bauamt gestellt, da dringender Handlungsbedarf erforderlich ist. Gestern Morgen 7 Uhr gab es einen Vor-Ort-Termin, an dem von der Freien Liste Dirk Kuke und Stadträtin Doris Hoiczyk, die auch Elternvertreterin am Gymnasium ist, Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends und Mitarbeiterin Anett Sell, der Schulleiter des Gymnasiums, Dietmar Collatz, sowie Vertreter des Straßenverkehrsamtes, der zuständigen Polizeibehörde und der PVGS teilnahmen. Und die Situation stellte sich wie von Kuke im Antrag beschrieben dar.

Allen Anwesenden, so der Weteritzer im Nachgang, war klar, dass die Situation vor Ort entflechtet und entschärft werden muss. Verschiedene Möglichkeiten wurden diskutiert. So zum Beispiel der Vorschlag Kukes zur Einrichtung eines Fußgängerüberweges und einer verkehrsberuhigten 30-km/h-Zone sowie eine mögliche „Entzerrung“ im Busverkehr, was aber schwierig umzusetzen sei. Laut Polizei gebe es in einer verkehrsberuhigten Zone keine zusätzlichen Überwege. Zudem spiele sich die vorgefundene Situation nur in einem begrenzten Zeitraum ab. Eine Entzerrung der Buslinien würde sich auf die Folgeanschlüsse auswirken und sei deshalb schlecht umsetzbar. Den Schülerverkehr an das Gymnasium heranzuführen, dafür sieht Collatz derzeit keine Möglichkeiten. Zum Einen fehle der Platz dafür. Zum Anderen würde der erhöhte Busverkehr die Anlieger belästigen und zusätzlichen Ärger bringen.

Für halbe Stunde 30 km/h

Dennoch soll es eine Sofortlösung geben, wie auch Engelhard Behrends bestätigt. Es sollen zwei Schilder aufgestellt werden, die die Geschwindigkeit für den Verkehr auf dem Straßenabschnitt vor dem Bahnhofsvorplatz von 7 bis 7.30 Uhr auf 30 km/h reduziert.

Ob die Geschwindigkeitsbegrenzung dann bis auf den Schulschluss ausgeweitet werde, soll nachfolgend geprüft werden. Das gilt auch für die Möglichkeit, den ankommenden Busverkehr doch zu entzerren und auch außerhalb des Bahnhofvorplatzes Haltestellen für den Schülerverkehr zu schaffen. „Es ist ein kleiner Schritt, aber noch keine ausreichende Lösung“, so das Fazit von Dirk Kuke. „Wir werden sehen, wie sich das bewährt.“

Von Elke Weisbach

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