Von Australien über die Altmark nach Afghanistan

Medieninteresse: Soldaten des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen dienten als Bildmotiv. Fotos (3): Schmidt

Letzlingen. Als es soweit war, wurde stilecht martialische Musik eingespielt. Und dann bretterten die Fahrzeuge um die Ecke. Die Übergabe der ersten GTK Boxer – GTK steht für „Gepanzertes Transportkraftfahrzeug“ – wurde für Heer und Hersteller gleichermaßen zu einem Ereignis. 272 dieser Fahrzeuge hat die Bundeswehr bestellt. Fünf davon konnten Soldaten, Zivilisten und Pressevertreter gestern im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Heeres bei Letzlingen besichtigen.

Der Boxer soll die deutschen Soldaten im Auslandseinsatz unterstützen. Auf dem Gruppentransportfahrzeug ist Platz für den Kommandanten, einen Richtschützen sowie sieben weiteren Soldaten. Ausgestattet ist es mit einer fernbedienbaren Waffenstation, mit schwerem Maschinengewehr oder Granatmaschinenwaffe. Jedes Gefährt wiegt 35 Tonnen und kann auf bis zu 103 km/ beschleunigen. Generalmajor Wolf-Joachim Clauß, der Chef im Heeresamt, erinnerte daran, dass es die ersten Pläne für ein solches Fahrzeug bereits Mitte der 1980-er Jahre gab. Das Fahrzeug setze „Maßstäbe in Flexibilität und Mobilität“, so der Generalmajor. „Den Einsatzkräften nur das Beste“, so müsse das Motto lauten. Da man den Boxer nicht erst im Kampfeinsatz in Afghanistan ausprobieren könne, habe man ihn unter klimatisch ähnlichen Bedingungen in Australien getestet. Vom Übergabeort Altmark gehen fünf Modelle nach Afghanistan, fünf weitere Fahrzeuge verbleiben für die übende Truppe in Deutschland. Mitte August sollen die ersten Boxer in Afghanistan zum Einsatz kommen. Noch gestern fuhren sie erstmals über den Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide. Gesteuert werden sie momentan von Soldaten des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen, die in der Heide üben.

Von Stefan Schmidt

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