Wolfsmonitoring als Gemeinschaftsleistung – Jägerschaft Gardelegen hat den Wolf im Fokus

„Auf Kooperation der Jäger angewiesen“

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Bläsergruppe Kellerbusch aus Lindstedt unter der Leitung von Horst Bünsche, die die Kellerbuschfanfare, eine Eigenkomposition, zum Besten gab. Fotos (2): Gase

eli Zichtau. Der Wolf und wie man die Ausbreitung im Auge behalten kann sowie das Verhältnis zu Naturschutz und Landwirtschaft waren zentrale Themen, die die Jägerschaft Gardelegen am Freitag während der Jahreshauptversammlung in Zichtau diskutierte.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Bläsergruppe Kellerbusch aus Lindstedt unter der Leitung von Horst Bünsche, die eine Eigenkomposition, und zwar die Kellerbuschfanfare, zum Besten gab. Anschließend begrüßte der Vorsitzende Gerhard Henke alle Anwesenden sowie im Besonderen Salzwedels Landrat Michael Ziche, den Geschäftsführer des Landesjagdverbandes (LJV) Wilko Florstedt und Ehrenmitglied Horst Pieper.

Mit 331 Mitgliedern ist die Mitgliederzahl relativ stabil, informierte Gerhard Henke im Rahmen des Rechenschaftsberichtes des Vorstandes über das vergangene Jahr. Er gab einen Überblick über die geleistete Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehörten die Waldolympiade 2013 mit 120 Kindern, Waldwanderungen für Schulklassen und Kindergärten, Auftritte der Jagdhornbläsergruppen, die Jungjägerausbildung im letzten Jahr mit 30 und aktuell mit 24 Teilnehmern, die kurz vor der Prüfung stehen. „Ich könnte noch viel mehr anreißen, was unsere Jäger in der Öffentlichkeit leisten, aber dafür reicht die Zeit heute Abend leider nicht“, bedauerte der Vorsitzende, um dann zum Hauptthema zu kommen. „Der Wolf ist da, daran gibt es mittlerweile gar keinen Zweifel mehr“, so Gerhard Henke. „Die Frage ist nur, wie gehen wir damit um?“ In diesem Zusammenhang hatte er eine dringene Bitte an alle Jäger der Region: „Sämtliche Hinweise, die auf das Vorhandensein des Wolfes hindeuten, sollten unverzüglich gemeldet und registriert werden.“ Wilko Florstedt informierte dazu, dass er beim Gespräch des LJV-Präsidenten Dr. Hans-Heinrich Jordan mit dem Ministerpräsidenten des Landes, Reiner Haseloff, über eine Kooperationsvereinbarung dabei war, in dessen Ergebnis ein Kooperationsvertrag unterschrieben wurde. In diesem heißt es, dass sich alle Jäger aktiv in das offizielle Wolfsmonitoring einbringen und somit Spuren, Risse und Fotos dokumentieren und auch an den LJV weiterleiten sollen. Denn nur so sei es möglich, einen Überblick über den tatsächlichen Wolfsbestand zu erhalten.

Passend zur Diskussion war auch Klaus Puffer, Wolfsexperte des Bundesforstbetriebes nördliches Sachsen-Anhalt, am Freitag in Zichtau. Er sprach über Lebens- und Ernährungsweise des Wolfes, über den Nachweis seines Vorkommens und über seine Ansiedlungen: So gab es im Jahr 2012/13 sechs Ansiedlungen, das heißt sechs Regionen, in denen Wölfe bestätigt wurden. Im Jahr 2013/14 waren es bereits acht Ansiedlungen. Auch er erwähnte nochmals wie wichtig es sei, jeden Riss und jede Spur aufzunehmen und zu melden, zum Beispiel bei Antje Weber, Büro Wildbiologie und Artenschutz Jeggau, Uwe Heine, Ralf Pieper und Christine Köthke, die Wolfsbeauftragten der Jägerschaft Gardelegen. Außerdem wichtig für die Jagdpraxis: Auch ein angefahrener, verletzter Wolf steht unter Naturschutz und darf nicht erlegt werden. Er muss dem Veterinäramt überstellt oder einer kundigen Person gemeldet werden.

Zum Abschluss wurde der Vorstand für das Vorjahr entlastet und der Haushaltsplan für 2014/15 einstimmig angenommen, ehe es zu den Ehrungen kam. Dazu mehr in einer späteren Ausgaben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare