Auch bester Freund packte kräftig mit an

Sie kennen sich seit zwei Jahrzehnten und sind die besten Freunde geworden: Georgh Ursacuc aus Rumänien und Edith Bartel aus Letzlingen, die gestern für alle Helfer wieder ein tolles Frühstück herrichtete.

Letzlingen. Kalt war es gestern Morgen. Knapp über Null Grad. Aber den Männern, die sich bei Edith und Herbert Bartel in Letzlingen an der Klosterstraße einfanden, sollte es schnell warm werden. Denn sie waren gekommen, um den Lkw mit den Hilfsgütern der Rumänienhilfe Zvoristea zu beladen.

Dieser war auch pünktlich zur Stelle. Denn er hatte sozusagen um die Ecke geparkt, da der Fahrer bereits am Abend vorher angekommen war. So konnte, nachdem der Lkw in die Parknische vor Bartels Haus rangiert worden war, die Arbeit auch gleich beginnen. Neben den städtischen Angestellten Olaf Schulz und Torsten Nethert aus Letzlingen sowie Jürgen Bröckel aus Potzehne, die die Stadt, wie Edith Bartel erzählte, dankenswerter Weise abkommandierte, packten von der Rumänienhilfe auch Martin Gregor aus Wannefeld und Karl-Heinz Czernickel aus Magdeburg mit an, um zahlreiche Stühle, Sessel und Zwiebeln (für die Fastenzeit) für das Kloster Varatec, 855 Liter Rapsöl (in Flaschen) und zahlreiche Fahrräder sowie unzählige Lebensmittelpakete und Kleidersäcke zu verstauen. Dazu kamen noch vier Rumänen aus den Partnerdörfern, die angereist waren um zu helfen und den Transport zu begleiten. Darunter war auch der beste Freund von Familie Bartel, Georgh Ursacuc, der die Verteilung der Hilfsgüter vor Ort koordiniert und mit seiner Familie die Bäckerei der Rumänienhilfe betreibt, die zum größten Teil im Januar abgebrannt war (wir berichteten). Zum Glück blieb der Ofen größtenteils verschont, sodass kurz danach wieder gebacken werden konnte. Und als Edith Bartel die Dolmetscherin Miriam in einem Gespräch fragte, wie sie das denn machen, erklärte diese: „Vier Pfähle und ein Dach, darunter der Ofen, wir backen.“ Und das im tiefsten Winter. „Für uns unvorstellbar“, so Edith Bartel. Das müsse sie sich erst einmal angucken, wenn sie nach einem Jahr des Fernbleibens am 21. Mai mit ihrem Mann und mit zwei holländischen Familien Richtung Rumänien startet. Dann wird auch schon der Kühlschrank bei einem Ehepaar seinen Platz gefunden haben, deren Haus vor einigen Wochen abbrannte. Dieser ging gestern auch mit auf die Reise, nachdem der Mann Edith Bartel um diesen gebeten hatte. Denn in ihrem neuen Heim, das ebenfalls mit Unterstützung der Rumänienhilfe errichtet wurde, gibt es nun auch Strom, über den das Ehepaar vorher nicht verfügen konnte. Da die Anfrage sehr kurzfristig kam, musste ein Kühlschrank erworben werden. Wenn sich jemand an dieser Ausgabe beteiligen möchte, würde sich das Ehepaar Bartel sehr freuen.

Von Elke Weisbach

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