„Ein, zwei Dinge geändert“

Antimilitaristisches Camp: Neue Organisatoren, kein Schlagbaum, kaum Polizeipräsenz

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Hanna Poddig und Heinz Wittmer im Info-Zelt des „War starts here“-Camps bei Potzehne. Die Militärgegner protestieren bis zum Sonntag gegen den Ukraine-Konflikt und die Bundeswehr.

Potzehne. Das Bild vor der Wiese der Militärgegner, die seit dem Wochenende ihr „War starts here“ („Der Krieg beginnt hier“)-Camp bei Potzehne aufschlagen, ist anders als in den Jahren zuvor.

Kein Schlagbaum mit Einlasskontrolle, keine dauerhafte Polizeipräsenz – gefühlt ist das diesjährige Camp der Militärgegner freundlicher und entspannter als in den vergangenen Jahren. Und auch die Organisatoren haben gewechselt. Die bisherigen Verantwortlichen des antimilitaristischen Camps „haben sich anderen Aufgaben gewidmet“, sagt Hanna Poddig, Sprecherin des Camps.

Dabei ist der Ablauf der Protestwoche gegenüber den Vorjahren fast identisch: Workshops, Vorträge, ein Plenum, ein Konzert am morgigen Mittwochabend ab 20 Uhr mit dem Gitarristen und Sänger Axel Stiller, dazu am Sonnabend der so genannte Aktionstag, zu dem die Bundeswehrgegner aufrufen und für den sie ankündigen, den Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide „stören und blockieren“ zu wollen. Zwar sind es neue Gesichter, die das Camp in diesem Jahr repräsentieren. Aber es gebe „keine grundsätzliche Richtungsänderung gegenüber dem, was in den Vorjahren passiert ist.“

Eher militante Aktion wie die Schnipsel-Attacke im Vorjahr auf das Potzehner Freibad, als die Einrichtung mit unzähligen Schnipseln lahmgelegt wurde, „hat durchaus zu Diskussionen im Camp geführt“, sagt dazu Hanna Poddig. Es gebe aber Camp-Teilnehmer, die diese Art von Protest nicht grundsätzlich ablehnen. Man habe aber gegenüber den vorherigen Camps „ein, zwei Dinge geändert“, ergänzt Heinz Wittmer, Teilnehmer von Beginn an. So würde es Hanna Poddig „spannend“ finden, kämen Bundeswehrsoldaten auf die Wiese und würden mit den Militärgegnern diskutieren wollen. Ob die Uniformierten dann aber tatsächlich hineingelassen würden, das müsste im Camp erst noch besprochen werden. In den Jahren zuvor habe es „ein festeres Team“ gegeben, diesmal sei das Camp individueller.

Bisher zelten knapp 50 Militärgegner bei Potzehne. Für das Wochenende rechnet Heinz Wittmer mit „deutlich mehr als 100 Teilnehmern.“

Von Stefan Schmidt

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