Weiterhin vier mögliche Investoren für das Hanse-Center am Stadtrand von Gardelegen

Das Ansiedlungs-Interesse bleibt

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Im Gardelegener Hanse-Center gibt es zwar mit Kaufland einen so genannten Anker-Mieter, aber auch viel Leerstand. Aktuell gibt es weiterhin vier Interessenten für die Räume. 

Gardelegen. Es gibt weiterhin Interesse für Ansiedlungen im Gardelegener Hanse-Center. Das bestätigt Yvonne Horitzky von der AOC Hausverwaltung GmbH aus Magdeburg, die als Immobilienverwalter für das Hanse-Center auftritt.

Nachdem sie selbst Anfang April im Gardelegener Bauausschuss das Interesse von insgesamt vier neuen Geschäften erläuterte, die in das zum Teil leer stehende Hansecenter – dort befindet sich Kaufland als größter Kunden-Anziehungspunkt – ziehen wollen, gab es im damaligen Ausschuss Gegenwind. Mit Verweis auf das ein Jahr zuvor vom Stadtrat beschlossene Einzelhandelskonzept könnten die Ansiedlungen „schädlich für die Innenstadt sein“, zitierte Bauamtsleiter Engelhard Behrends damals die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie jene Firma, die das Einzelhandelskonzept erstellt hatte. Und auch Bürgermeisterin Mandy Zepig sprach davon, dass der örtliche Gewerbeverein – in ihm sind vor allem die Innenstadthändler organisiert – „nicht begeistert“ sei.

Kurz danach wurde eine Internet-Petition ins Leben gerufen, auf der am Ende fast 600 Menschen für die Ansiedlung waren, darunter auch Stadträte. Und auch die CDU-Stadtratsfraktion, nominell die größte im Kommunalparlament, steht den Ansiedlungen nicht negativ gegenüber. Es müsse zwar das Interesse der Stadträte sein, so Fraktionschef Jörg Gebur vor wenigen Tagen, die Gardelegener Innenstadt zu stärken. Andererseits gebe es eben auch im Hanse-Center Leerstand. Könne der behoben werden, wäre dies auch im Interesse der Stadt, argumentierte er.

Ähnlich äußert sich Yvonne Horitzky. Die möglichen Geschäfte im Gardelegener Hanse-Center – Interesse haben Woolworth, der holländische „Action“-Discounter, das Modecenter AWG und die Tierhandlungskette „Futterhaus“ angemeldet – sei für die Innenstadt gar keine Konkurrenz, weil diese Geschäfte sich dort ohnehin nicht ansiedeln würden. Dagegen sprächen die wenigen Parkplätze und die räumliche Kleinteiligkeit der Gebäude. Soll heißen: Die momentan leer stehenden Läden in der Innenstadt wären viel zu klein für derlei Neuansiedlungen. Für Horitzky steht fest: „Man muss mit der Zeit gehen und darf nicht alles dem Online-Handel überlassen.“ Deshalb sähe sie Gewerbeansiedlungen im Gardelegener Hanse-Center als positiv an und könne nach wie vor die größtenteils abweisende Haltung im damaligen Bauausschuss nicht verstehen.

Von Stefan Schmidt

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