24-jährige Letzlingerin sieht im Arztberuf ihre Berufung – nur einen Studienplatz bekommt sie nicht

Anna-Christin Lüders: „Wann soll ich denn auf eigenen Beinen stehen?“

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Anne-Christin Lüders mit einem Teil ihrer Absagen. Sie ist frustriert. Denn sie möchte Medizin studieren, aber bekommt seit sechs Jahren keinen Studienplatz.

Letzlingen. Viele Schlagzeilen verkündeten in der Vergangenheit, dass es auch in Sachsen-Anhalt zu wenig Ärzte gibt – vor allem Hausärzte auf dem platten Land.

Doch wenn eine junge Frau den Beruf des Mediziners, eines Allgemeinmediziners wohlgemerkt, als Berufung ansieht und dennoch seit sechs Jahren keinen Studienplatz, sondern auf ihre Bewerbungen hin nur Absagen bekommt, dann scheint im Land etwas falsch zu laufen.

Anna-Christin Lüders ist verärgert, frustriert, sauer – und hat Existenzängste. Denn die Letzlingerin versucht seit sechs Jahren vergebens, ihren Wunschberuf ergreifen zu können. Als sie zum anstehenden Wintersemester auf ihre Bewerbung wieder eine Absage auf einen Studienplatz für Humanmedizin erhält, weiß sie sich nicht mehr anders zu helfen, als dem Minister für Wissenschaft und Wirtschaft von Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring, einen sehr persönlichen Brief zu schreiben.

In dem legt sie dar, dass sie 2007 ihr Abitur ablegte. In dem Jahr, als in Sachsen-Anhalt gleich zwei Schuljahrgänge ihre Reifeprüfung absolvierten und es doppelt so viele Bewerber für die Studienplätze gab. „Mir war klar, dass ich mit einer Abiturnote von 2,3 nicht sofort einen Studienplatz bekommen würde“, schreibt die 24-Jährige. Deshalb habe sie noch im gleichen Jahr eine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen, die sie als Klassenbeste mit sehr guten Noten beendete, sich aber dennoch zu jedem Semester für ein Humanmedizinstudium bewarb.

Von Elke Weisbach

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