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„Angst, dass Gemeinde zerbricht“

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Zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Volleyballplatz hielt Gemeindepädagoge Lutz Brillinger vor 50 Zuhörern seine Predigt. Er sprach von „gigantischen Windrädern“, die geplant seien.

Schenkenhorst - Von Stefan Schmidt. Erstmal ist Sommerpause. Aber der Kampf gegen die geplanten bis zu 180 Meter hohen Windräder zwischen Wiepke und Schenkenhorst soll weitergehen. Das versprach Gemeindepädagoge Lutz Brillinger während eines Freiluft-Gottesdienstes in Schenkenhorst, an dem auch Superintendent Matthias Heinrich teilnahm.

Schenkenhorst ist dörflich. Während des „Vater Unser“ beim Freiluft-Gottesdienst am Donnerstagabend hinter dem Dorfgemeinschaftshaus machte es mehrfach laut vernehmlich „Määäh.“ Lissy, das junge Kamerunschaf, hatte sich unter die Gottesdienstbesucher gemischt und schnupperte in den hinteren Reihen an den Schuhen der Gläubigen. Selbst Superintendent Matthias Heinrich, sonst mit einer anderen Art von „Schäfchen“ vertraut, freute sich über den vierbeinigen Gast.

Anlass des Treffens war der Kampf gegen die geplanten Windräder zwischen Schenkenhorst und Wiepke. Heinrich schlug sich ausdrücklich auf keine Seite und hatte nach eigenem Bekunden sogar ein wenig Angst. Angst war ohnehin sein Hauptthema. Angst habe er, so der Superintendent, „Menschen zu verletzen, die ich gar nicht kenne“. Es bestehe die Gefahr, dass der dörfliche Friede aufgrund der unterschiedlichen Interessenlagen – Landbesitzern werden mehrere tausend Euro pro Monat geboten, um Flächen an mögliche Windanlagen-Betreiber zu verpachten – gestört oder gar zerstört werde. Er habe auch Angst, so der Superintendent, „dass die Kirchengemeinde zerbricht“. Und das alles für etwas, was woanders entschieden worden sei, wofür die Einwohner vor Ort gar nichts könnten. Allein gelassen möge man sich fühlen, so Heinrich. Auch das war ein Thema seiner Ansprache. Allein gelassen von jenen, die die Region als Windvorranggebiet eingestuft hätten. Aber „der Kirchenkreis will Sie unterstützen“, rief er den Zuhören zu. Demnächst werde es eine kircheninterne Info-Veranstaltung zu Windrädern geben. Die Entscheidung, ob Kirchenflächen vor Ort an Windanlagen-Betreiber verpachtet werden, „fällt nicht ohne die Zustimmung des Gemeindekirchenrates“, betonte Heinrich gegenüber der Altmark-Zeitung. Gleichwohl würden Kirchenkreis und Landeskirche „beratend zur Seite stehen.“

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