Am Gardelegener Altmark-Klinikum gibt es jetzt ein neurochirurgisches Wirbelsäulenzentrum

„Angebot deutlich erweitert“

Dr. Michail Tschigrjai leitet das neue Wirbelsäulenzentrum in Gardelegen. Termine sind ab sofort vereinbar. Foto: Walter

Gardelegen. Für Patienten mit Wirbelsäulenproblemen aus der Region Gardelegen dürfte die Distanz zu einem geeigneten Facharzt künftig deutlich kürzer werden. Denn am 1. Juli wurde im Gardelegener Altmark-Klinikum ein Wirbelsäulenzentrum gegründet.

Der Berliner Neurochirurg Dr. Michail Tschigrjai ist mit dem Aufbau des Zentrums beauftragt. Gestern informierte der 41-Jährige im Altmark-Klinikum über die neue Einrichtung.

Hauptmotive für die Gründung des Zentrums seien, moderne Behandlungsmethoden an die Patienten zu bringen und eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten, erklärte Michail Tschigrjai. Das Angebot für Patienten werde mit dem Wirbelsäulenzentrum „deutlich erweitert“, so der Neurochirurg.

Zielgruppe der Einrichtung seien sowohl Patienten mit degenerativen Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen und Patienten mit traumatischen Erkrankungen nach Verletzungen oder Unfällen als auch Menschen mit Tumorerkrankungen im Bereich von Rückenmark und Kopf, erklärte Tschigrjai. Die Behandlung der Patienten erfolge sowohl ambulant in fachärztlichen Sprechstunden als auch stationär durch operative Eingriffe und postoperative Therapien, so der Neurochirurg.

Dass er in Gardelegen überhaupt ein Wirbelsäulenzentrum gründen konnte, sei auch den guten fachärztlichen und technischen Voraussetzungen am Standort zu verdanken, erklärte der Wahlberliner weiter. Erst die Vernetzung verschiedenster Einrichtungen wie Orthopädie, MRT-Diagnostik und Schmerztherapie – auch diese Praxis öffnete erst im Frühjahr dieses Jahres – ermögliche die Einrichtung eines solchen Zentrums.

Das bestätigte auch Erika Olbrich, Kinderärztin am Klinikum. Bei der vorhandenen Infrastruktur habe es sich einfach angeboten, die Versorgungspalette des Hauses um ein Wirbelsäulenzentrum zu erweitern, betonte sie. Mangelnde Resonanz müssen Michail Tschigrjai und seine Kollegen indes wohl kaum befürchten. „Seit der Eröffnung der Praxis hatten wir bereits über 100 Patienten bei uns“, erzählt der Arzt. Und nicht zuletzt angesichts der Überalterung der Bevölkerung rechne er mit weiter steigenden Zahlen von Patienten mit Rückenproblemen.

Michail Tschigrjai wurde 1970 in Weißrussland geboren, ist dort aufgewachsen und studierte in Grodno, einer Stadt an der Westgrenze des Landes, Medizin. Nach der politischen Wende wanderte er nach Deutschland aus. Nach mehreren beruflichen Stationen arbeitete er zuletzt im Sankt Gertrauden Krankenhaus in Berlin Wilmersdorf und lebt bis heute im Stadtteil Wannsee. In Berlin möchte der Arzt auch künftig eine Praxis betreiben.

Aus diesem Grund werde er mit dem Auto zwischen der Hauptstadt und der Hansestadt pendeln, erklärte der 41-Jährige. Im Oktober wird Tschigrjai auch im fachärztlichen Zentrum in Gardelegen eine eigene Praxis eröffnen. Für alle diejenigen, die Rückenprobleme haben, bietet der Neurochirurg aber schon jetzt immer mittwochs zwischen 14 und 16 Uhr eine Sprechstunde an. Erreichbar ist das Wirbelsäulenzentrum unter der Telefonnummer (0 39 07) 79 16 00. Allen, die eine Wirbelsäulenerkrankung erst gar nicht entstehen lassen möchten, rät der Arzt zu gesunder Ernährung und aktiver Erholung. „Sport ist dabei besonders wichtig“, sagt Tschigrjai.

Von Alexander Walter

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