Gardelegens Bauausschuss erfuhr Details zur geplanten Umgehungsstraße zwischen Kloster Neuendorf und Hottendorf

Ampel, Wildbrücke und drei Abfahrten

Manfred Krüger vom Landesbetrieb Bau aus Stendal.

Kloster Neuendorf / Jävenitz  / Hottendorf. Die Umgehung kommt. Wann genau, das könne er aber noch nicht sagen. Das erklärte Manfred Krüger, Mitarbeiter des Landesbetriebs Bau, Niederlassung Nord, aus Stendal, am Montagabend während der Sitzung des Gardelegener Bauausschusses.

Krüger, der auch schon die Gardelegener Umgehungsstraße vor rund 15 Jahren geplant hatte, erläuterte Details er 7,3 Kilometer langen Ortsumgehung nördlich von Kloster Neuendorf, Jävenitz und Hottendorf im Zuge der Bundesstraße 188.

Erster Knackpunkt: Zu Beginn der Umgehung aus Richtung Westen, in Höhe der Kellerberge bei Kloster Neuendorf, soll es eine Ampelanlage geben. Betroffen wäre die Zufahrt nach Kloster Neuendorf. Diese Ampel schalte nur im Bedarfsfall um, also wenn ein Autofahrer aus Kloster Neuendorf auf die B 188 auffahren will. Dann gäbe es Rot für die Bundesstraße. Ansonsten hätten die Autofahrer dort grundsätzlich freie Fahrt.

Peter Wiechmann, berufener Bürger im Bauausschuss, plädiert für einen Kreisel. „Ampelanlage? Absolut nööö“, erklärte er. Und Gustav Wienecke sorgte sich bei einer Ampel, die auch für Fußgänger und Radfahrer gelten würde, um die Sicherheit der „schwächsten Verkehrsteilnehmer“, wie er erklärte. Eine Brücke, wie ursprünglich angedacht, wäre besser, „damit die alten und gebrechlichen Leute nicht über die Straße gejagt werden müssen.“ Doch Manfred Krüger begründete die Ampelvariante: Ein Kreisel käme nur bei gleichberechtigten Straßen in Erwägung. Und außerhalb von Ortschaften ohnehin nur äußerst selten.

Die Umgehung würde hinter Hottendorf, in Höhe der Kieskuhle, wieder auf die alte Trasse stoßen. Dort gäbe es dann eine zweite Auf- und Abfahrt. Sowie auf etwa halber Strecke, bei der Querung der Landstraße 28 zwischen Lindstedt und Jävenitz. Damit hätte jeder Ort entlang der Umgehung eine eigene Zufahrt, so Manfred Krüger.

Außerdem sollen drei Brücken gebaut werden. Zwei davon dienen der Querung von ländlichen Wegen. Dies beträfe die Trüstedter Straße nördlich von Kloster Neuendorf sowie den Köterberg nördlich von Hottendorf. Eine Brücke wird ebenfalls nördlich von Jävenitz gebaut, in Höhe der Kreisstraße nach Trüstedt. Und: Es wird eine Wildbrücke gebaut, im Waldstück zwischen Kloster Neuendorf und Jävenitz.

Die Ortsumgehung werde notwendig, erläuterte Manfred Krüger, weil das Verkehrsaufkommen auf der B 188 in den nächsten Jahren ansteigen werde. Aktuell würden dort 4500 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sein. Rund 500 davon, also etwas mehr als zehn Prozent, wären Lastwagen. Für die Jahre 2020 bis 2025 sagt die Prognose eine Steigerung des Verkehrsaufkommens auf dann 5500 Fahrzeuge voraus.

Für die Ortsumgehung wird der Landesbetrieb Bau Ende dieses Jahres das Planfeststellungsverfahren beantragen. Unklar sei, wann Baubeginn und Fertigstellung sei.

Für zwei andere geplante Ortsumgehungen sind die Vorbereitungen weiter. Wie Manfred Krüger berichtete, gehen die Umgehungen Oebisfelde, zweiter Bauabschnitt bis Taterberg, sowie die Umgehung Miesterhorst derzeit in das Planfeststellungsverfahren.

Die Kosten für die Umgehung zwischen Kloster Neuendorf und Hottendorf bezifferte Manfred Krüger auf etwa 11,4 Millionen Euro.

Von Stefan Schmidt

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