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Am Tag nach Diebstahl in Letzlingen wurden Täter verurteilt

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Von: Ina Tschakyrow

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Gerichtsgebäude
Am Gardelegener Amtsgericht wurden fünf Männer wegen Diebstahl verurteilt. © Stefan Schmidt

Am Mittwochabend, 1. Februar, wurde in Letzlingen eine Rüttelplatte von einem Grundstück gestohlen. Die Tatverdächtigen wurden kurze Zeit später festgenommen. Tags darauf fand bereits die Verhandlung statt.

Gardelegen / Letzlingen – Eine Rüttelplatte wurde am Mittwochabend, 1. Februar, von einem Grundstück an der Jävenitzer Straße in Letzlingen gestohlen. Ein Zeuge beobachtete den Diebstahl gegen 20.30 Uhr. Wegen sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen der Polizei konnte kurz nach der Straftat ein abgestellter Transporter, in dem sich die Rüttelplatte befand, gefunden werden. Mit einem Fährtensuchhund wurden drei tatverdächtige Männer festgenommen. Gegen 21.15 Uhr wurde ein Auto im Bereich Gardelegen gestoppt, in dem sich drei weitere tatverdächtige Personen befanden. Die Männer wurden festgenommen.

Geständnisse bei der Polizei

In Handschellen wurden die sechs Tatverdächtigen im Alter von 18 bis 46 Jahren am Donnerstag, 2. Februar, dem Richter Axel Bormann am Gardelegener Amtsgericht wegen schweren Diebstahls in zwei Hauptverhandlungen im beschleunigten Verfahren vorgeführt. „Wir haben bei der Polizei alles gesagt und gestanden“, sagte in der ersten Verhandlung einer der drei Angeklagten, die alle aus Serbien kommen. Dennoch hatte der Richter einige Nachfragen.

Laut den Angeklagten, denen ein Dolmetscher zur Verfügung stand, seien sie vor 15 Tagen in Deutschland mit dem Zug angekommen und haben sich den Transporter in Berlin gekauft. Die Angeklagten waren unterwegs, um Schrott zu sammeln. In Letzlingen haben sie, erklärten die Männer, eine Zigarette geraucht, die Rüttelplatte gesehen „und mehr nicht“ – als Beweismittel waren Videoaufnahmen vom Grundstück zugelassen, die zeigten, wie einige der sechs Männer bereits am Nachmittag beim Grundstück waren, sich umsahen und anschließend wieder in ein blaues Fahrzeug stiegen und wegfuhren.

Zeuge beobachtete die Täter

Wie die Angeklagten der zweiten Hauptverhandlung, die teilweise in Deutschland leben, erklärten, waren sie in Letzlingen, um eine Pause zu machen, nachdem sie an dem Tag das blaue Auto bei Kalbe gekauft hatten. „Aber mit der Sache haben wir nichts zu tun“ und weiter: „Wir waren zufällig da“.

Dass die Männer nachmittags am Grundstück waren, konnte auch der 51-jährige Zeuge sehen. Laut ihm sind zwei der drei Männer aus dem blauen Auto gestiegen und haben „sich interessiert umgesehen“, was ihm sehr merkwürdig vorkam, erklärte der Zeuge.

Abends waren das blaue Auto und der Transporter mit mehreren Insassen erneut vor dem Grundstück. Drei der sechs Angeklagten gaben zu, zu dritt die Rüttelplatte in den Transporter getragen zu haben und dazu auch den Zaun verbogen zu haben. Die anderen drei Tatverdächtigen „kennen wir nicht“, sagten die Angeklagten mithilfe des Dolmetschers aus. Mehrfach erklärten sie, dass sie mit den anderen drei Männern „nichts zu tun haben“.

Kameraufzeichnungen von dem Diebstahl

„Haben Sie so viel Angst vor denen?“, fragte Axel Bormann. Denn laut der Aussage des Zeugen muss mindestens ein weiterer der Angeklagten, also insgesamt vier Männer, an dem Diebstahl beteiligt gewesen sein. Der 51-Jährige konnte nachmittags beobachten, dass einer der drei Männer, die in der zweiten Hauptverhandlung als Angeklagte vor Gericht standen, mit aus dem blauen Auto gestiegen ist, um sich umzusehen. Abends konnte der Zeuge sehen, wie beide Fahrzeuge vor das Grundstück fuhren. Das wurde auch von der Kamera aufgezeichnet. Von vier Personen wurde die Rüttelplatte in den Transporter getragen, erzählte der Zeuge. Er konnte sehen, wie das Gerät über die Seitentür in den Transporter gehoben wurde. Zunächst gab keiner der Angeklagten der zweiten Hauptverhandlung zu, die Rüttelplatte gestohlen zu haben. Nach der Aussage des Zeugen und auf Nachfrage des Staatsanwaltes gestand einer der Männer, die Rüttelplatte mitgetragen zu haben. Wer das Gerät getragen hat, konnte der 51-Jährige wegen der Dunkelheit nicht erkennen.

Geldstrafe, Bewährung und Freispruch

Die Angeklagten aus der ersten Hauptverhandlung wurden des gemeinsamen Diebstahls schuldig gesprochen und jeweils zu einer Geldstrafe 1350 Euro (90 Tagessätze á 15 Euro) verurteilt. Beide Fahrzeuge wurden außerdem beschlagnahmt.

Aus der zweiten Hauptverhandlung wurde ein Angeklagter freigesprochen. Die anderen beiden wurden des schweren Diebstahls schuldig gesprochen. Ein Mann erhielt eine Geldstrafe von 1800 Euro (90 Tagessätze á 20 Euro) und der andere wurde aufgrund von etlichen Vorstrafen, unter anderem Beihilfe zum Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Betrug, zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf eine Bewährungszeit von drei Jahren, verurteilt. Er muss zudem zehn Monate lang jeweils 200 Euro an den Polizeisportverein Gardelegen zahlen.

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