Gewerkschaft demonstriert am „Aktionstag Transformation“ in Gardelegen

„Einfach so das Licht ausmachen geht nicht“

Demo vor Werkstor
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Knapp 100 Teilnehmer kamen zu der Kundgebung.
  • Stefan Schmidt
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Die steigenden Energiepreise belasten nicht nur Unternehmen wie Boryszew in Gardelegen. Auch die Gewerkschaft macht mobil.

Gardelegen – Normalerweise gehen sie keine gemeinsamen Wege. Doch am Freitagnachmittag war das an der Stendaler Chaussee in Gardelegen anders: Jan Melzer, Gewerkschaftssekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, kurz BCE, und Michael Dreisow, Geschäftsführer am Boryszew-Standort in Gardelegen, standen einträchtig nebeneinander. „Wir haben dieselben Interessen“, betonte der Chef des Automobilzulieferers. Es ging bei einer Demonstration mit knapp 100 Teilnehmern – die Gewerkschaft hatte 400 Personen angekündigt – um Transformation. Soll heißen: Um die aktuell steigenden Energiepreise, die die Unternehmen und damit auch die Belegschaften belasten. Es handelte sich um die zentrale Kundgebung der Gewerkschaft in Sachsen-Anhalt.

„Belegschaft ist unantastbar“

Dreisow erklärte, dass die Energiepreise, die Boryszew bezahlen müsse, in den vergangenen Monaten um 200 Prozent gestiegen seien. Einher gehe diese Entwicklung mit weniger Aufträgen, auch wegen der Materialknappheit – Boryszews Haupt-Abnehmer VW macht in Wolfsburg derzeit wieder Kurzarbeit. Zwar sei „die Belegschaft unantastbar“, wie der Chef von 556 Beschäftigten betonte. Aber „einfach mal so das Licht ausmachen“ gehe eben auch nicht. Der Boryszew-Geschäftsführer forderte, ebenso wie die Arbeitnehmervertreter, die Politik zu Maßnahmen auf. Zu den Gewerkschaftsrednern gehörten neben Jan Melzer auch Gewerkschaftssekretär Tobias Kubusch und die BCE-Bezirksleiterin Sylke Teichfuß. Vonseiten der Politik sprachen die Landtagsmitglieder Juliane Kleemann (SPD) und Andreas Henke (Linke).

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