Städtepartnerschaft zwischen Gardelegen und Darlowo

Zwei Jahrzehnte mit Auf und Ab

Stele mit Stadtnamen
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Gardelegen hat drei Partnerstädte
  • Stefan Schmidt
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Die Städtepartnerschaft zwischen Gardelegen und dem polnischen Darlowo besteht seit 20 Jahren.

Gardelegen / Darlowo – Die „Rügenwalder Mühle“ kennt fast jeder. Aus der Fernsehwerbung. Der Fleischproduzent – mittlerweile auch vegetarisch und vegan unterwegs – stammt ursprünglich aus der westpommerschen Stadt unweit der polnischen Ostseeküste. Rügenwalde heißt heute Darlowo und hat knapp 14 000 Einwohner. Mit dieser Stadt unterhält Gardelegen seit nunmehr 20 Jahren eine offizielle Städtepartnerschaft. Es ist die einzige Partnerschaft mit einer ausländischen Stadt, die Gardelegen bis heute hat.

Fuchs und Kucharska

Am 18. August 2001, während des damaligen Hansefestes in Gardelegen, unterschrieben der seinerzeitige Bürgermeister Konrad Fuchs und seine polnische Amtskollegin Eva Kucharska auf der Bühne des Holzmarktes den offiziellen Partnerschaftsvertrag. Eingefädelt hatte die Verbindung Fuchs´ Vorgängerin Hannelore von Baehr, die im Jahr 2000 mit mehreren Stadt-Vertretern nach Darlowo aufbrach, um das seit 1997 verbürgte Werben der Polen um eine offizielle Partnerschaft festzuzurren. Der Partnerschaftsvertrag ist bis heute gültig – auch wenn zwischendurch Eiszeit herrschte. Denn über Jahre hinweg gab es von Seiten Darlowos keine Reaktion auf Gardelegener Kontaktversuche. Was möglicherweise mit der politischen Großwetterlage in Deutschlands Nachbarland zu tun hatte. Denn ab 2005 regierten die Kaczynski-Zwillinge Lech und Jaroslaw das Land – das offizielle Polen wurde EU-skeptisch.

„Blumige Grüße“

Eine Wende gab es im Juni 2011, als in Gardelegen der Sachsen-Anhalt-Tag stattfand. Darlowos Bürgermeister Arkadiusz Klimowicz, der Eva Kucharska im Jahr 2002 im Rathaus abgelöst hatte und bis heute Bürgermeister ist, hatte sein Erscheinen kurzfristig angekündigt – und blieb das ganze Fest-Wochenende über in Gardelegen, fühlte sich inmitten des Trubels offensichtlich wohl. Seitdem verbindet ihn eine Freundschaft mit Fuchs. Und auch seine Nachfolgerin Mandy Schumacher traf Klimowicz schon mehrfach, versendete aus Anlass des 20-jährigen Partnerschafts-Bestehens nun „blumige Grüße“ an die Ostsee, verbunden mit einem zweiminütigen Gruß-Video auf der offiziellen Gardelegener Internetseite www.gardelegen.de. In ihrem Büro steht seit 2017 ein in Darlowo handgefertigtes Schiffsmodell aus Fischgräten, das Vertreter aus der Partnerstadt beim Bürgerempfang überreicht hatten.

Zur Wahrheit über die 20-jährige Städtepartnerschaft gehört aber auch: Über den offiziellen politischen Rahmen hinaus gibt es bis heute wenig Verbindungen. Kontakte über Vereine und andere private Organisationen blieben in den Kinderschuhen stecken.

Rügenwalde bekannter

Zur Wahrheit gehört auch: Mit dem Städtenamen Darlowo können viele Gardelegener nichts anfangen – mit dem früheren deutschen Namen Rügenwalde sehr wohl. Arkadiusz Klimowicz, so erklärte er im Jahre 2011 bei einem Gespräch mit der Altmark-Zeitung aus Anlass seines Aufenthaltes beim Sachsen-Anhalt-Tag, stört sich übrigens nicht daran, wenn man Rügenwalde statt Darlowo sagt. Die deutsche Vergangenheit gehöre nun mal zur Geschichte dieser Stadt, lautete sein Argument.

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