Gardelegenerin wählt den neuen Bundespräsidenten mit

Hietels Ziel: Ein Selfie mit Steinmeier

Frau im Büro
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Sandra Hietel freut sich auf Berlin.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Die CDU-Landtagsabgeordnete Sandra Hietel aus Gardelegen wählt den neuen Bundespräsidenten mit.

Gardelegen / Berlin – Was sie an jenem Tag anziehen wird, das weiß sie noch nicht. „Natürlich etwas Dezentes, eher dunkel“, sagt Sandra Hietel. „Dem feierlichen Anlass angemessen.“ Sie werde vor ihrer Abreise in den heimischen Kleiderschrank gucken und zwei Varianten auswählen, „das hängt ja auch vom Wetter ab“. Die 40-jährige CDU-Landtagsabgeordnete aus Gardelegen wird von ihrer Fraktion in Magdeburg zur Bundesversammlung geschickt. Diese Bundesversammlung, bestehend unter anderem aus Bundestagsabgeordneten und Politikern aus den Landesparlamenten, wählt am Sonntag, 13. Februar, den neuen Bundespräsidenten. „Das ist eine große Ehre mich“, freut sie sich. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier (SPD) tritt wieder an und wird von den Parteien der regierenden Ampel-Koalition in Berlin unterstützt. Die CDU/CSU hat keinen eigenen Kandidaten nominiert, die Linke schickt den Sozialmediziner Gerhard Trabert als klaren Außenseiter ins Rennen.

Dass ihre Partei, die CDU, keinen eigenen Kandidaten nominiert hat, bedauert Sandra Hietel ein wenig. „Ich hätte mir gewünscht, dass auch wir jemanden ins Rennen schicken, gerne auch eine Frau“ – eine Bundespräsidentin gab es in Deutschland noch nie. „Ich könnte mir sogar eine Angela Merkel als Staatsoberhaupt vorstellen“, ergänzt Sandra Hietel. Doch die einstige Bundeskanzlerin zieht sich eher ins Privatleben zurück.

Die Gardelegenerin reist am Vortag der Bundespräsidentenwahl in die Hauptstadt. Dann gibt es noch ein Fraktionstreffen, am Wahltag morgens einen ökumenischen Gottesdienst und ab 12 Uhr tritt die Bundesversammlung zusammen. Wohl aber nicht, wie sonst, im Reichstagsgebäude, wo die Sitzungen des Bundestags stattfinden. Pandemiebedingt wird wohl, mit Maske und Abstandsregelung, im mehrstöckigen Abgeordnetenhaus, dem nur wenige Meter vom Reichstagsgebäude entfernten Paul-Löbe-Haus, gewählt. „Es wird anders sein als sonst“, bedauert Sandra Hietel.

Und wie wird sie am 13. Februar abstimmen? „Ich weiß es noch nicht“, gibt sie zu. „Entweder Steinmeier oder ich enthalte mich der Stimme.“ Eine Vorgabe durch die Partei gebe es nicht, betont sie.

Frank-Walter Steinmeier hat Sandra Hietel vor anderthalb Jahren bei der Eröffnung des Besucherzentrums auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen erlebt. Sie empfinde ihn als „durchaus sehr präsidial“, er sei „ein Vermittler“, was in der heutigen Zeit nicht von Nachteil sei. Aber „er hat noch keine Themen besetzt“, wie es sein Amtsvorgänger Joachim Gauck getan habe. Das vermisse sie an Steinmeier ein wenig.

Eines hat sich Sandra Hietel trotzdem vorgenommen: „Ein Selfie mit Steinmeier“ wenn er gewählt worden ist. Was aber, so mutmaßt sie, nicht ganz einfach werden könnte. „Denn ich werde gewiss nicht die einzige Person sein, die diesen Wunsch hat.“

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