Salzwedeler erfolgreich / Silberbergpreis 2013 ging nach Göttingen / 1947 Einsendungen

Altmarkpreis für „Die alte Wasserpumpe im Dorf“

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Die Preisträger und Gewinner des Silberbergpreises 2013. Andreas Marquardt (v.l.), Ursula Henriette Kramm Konowalow, Arno Sommerfeld, Andrea Stenzel, Henrike Prochno und Undine Materni wurden im Gardelegener Rathaussaal geehrt.

Gardelegen. Andrea Stenzel aus dem niedersächsichen Göttingen heißt die Preisträgerin des diesjährigen Silberbergpreises.

Im Rahmen des Altmärkischen Heimatfest erhielt sie am Sonnabend im Gardelegener Rathaus aus den Händen von Norbert Lazay, Vorsitzender des Altmärkischen Heimatbundes, sowie Moderatorin Simone Struck aus Bad Wilsnack den Plastikpreis sowie das 300 Euro-Preisgeld.

Den Regionalpreis Altmark konnte der Chüttlitzer Arno Sommerfeld, der 1962 sein erstes Gedicht schrieb, mit dem Lyriktext „Die alte Wasserpumpe im Dorf“ gewinnen. Der frühere Osterwohler Andreas Marquardt, der jetzt im niedersächsichen Schnackenburg an Elbe wohnt, konnte sich über den dritten Platz bei der Silberbergpreisverleihung freuen. Die Trophäe ist nach dem Silberberg bei Schorstedt im Landkreis Stendal benannt.

Mit ihrem Gedicht „Brachland“ überzeugte die Göttingerin Stenzel die Jury von den insgesamt stolzen 1947 literarischen Texten von 1012 Künstlern aus Deutschland, Russland, Frankreich, den USA, China, Japan, Finnland, Schweden, Kanada und Australien. „Die Resonanz war überwältigend“, zeigten sich Norbert Lazay (Gladigau) und Juryvorsitzender Eckhard Erxleben (Osterburg) äußerst angetan. Für den gebürtigen Stendaler Erxleben war es mit seiner Jury eine Mammutarbeit alle 1947 Gedichte zu lesen und zu bewerten. „Das hat unseren Rahmen und die Kompetenz gesprengt“, blickte der Jurychef zurück. Er konnte bei der Ausschreibung des Lyrikpreis unter der Schirmherrschaft des Altmärkischen Heimatbundes im Januar 2012 nicht ahnen, dass innerhalb eines Jahres fast 2000 Zuschriften zum Thema Heimat eingehen.

Der Vorsitzende des Altmärkischen Heimatbundes Norbert Lazay merkte während seiner Rede an, dass einige Formulierungen in den Lyriktexten zustande gekommen sind, die es so noch nie gab. Zudem ist der Silberbergpreis mit seiner Resonanz einer der erfolgreichsten Literaturwettbewerbe in Sachsen-Anhalt. Allerdings kritisierte Lazay, dass der Begriff Heimat auch für rechtslastige Verdächtigungen benutzt werden. Die Buchverbrennung von Anne Frank in Pömmelte vor Jahren sei nur ein Beispiel, zählte der Heimatbundvorsitzende auf. „Heimat heißt Glücklichsein, sich zu Hause fühlen, aber auch Wohnungsleerstand und von der Heimat wegziehen sowie der demografischer Wandel in der Heimat“, listete Norbert Lazay weiter auf.

Die Preisverleihung umrahmten passend zur Ehrung die Landeswettbewerbs-Sieger „Jugend musiziert“ von der Kreismusikschule Salzwedel. Nele-Pauline Gaedke, Maria Radtke und Elena Stojanowski spielten unter der Regie von Christine Dossin auf der Gitarre mittelalterliche Zupfmusik aus der Hansezeit. So erklangen im Gardelegener Rathaussaal unterhaltsame Melodien aus den Ländern Ungarn, Spanisch und Italien.

Von Henning Lehmann

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