Werner Haberland, Heino Mewes, Marcel Roder und Friedhelm Hennigs gründeten ein Alphorn-Quartett

„De Altmarkhörner´s aus Letzlingen“

Wer sie engagieren möchte, braucht Platz. Denn die Alphörner von „De Altmarkhörner´s aus Letzlingen“, Heino Mewes, Werner Haberland, Friedhelm Hennigs und Marcel Roder (v.l.), sind 3,60 Meter lang. Foto: Weisbach

Letzlingen. Werner Haberland aus Letzlingen hat sich einen Kindheitstraum erfüllt und mit seiner Begeisterung für die imponierenden Klänge des Alphorns auch die Heidedörfler Marcel Roder, Heino Mewes und Friedhelm Hennigs angesteckt.

Seit einem Jahr üben die vier, die auch in der Letzlinger Jagdhornbläsergruppe gemeinsam musizieren, auf diesen in dieser Region ungewöhnlichen Instrumenten und haben als „De Altmarkhörner´s aus Letzlingen“ vor kurzem ihren ersten öffentlichen Auftritt in der Letzlinger Schlosskirche gehabt. Sie bliesen zum Erntedankfest die Alphornmesse, die aus sieben Stücken besteht.

Bis dahin war es aber ein weiter Weg, und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinn für den Initiator der Gruppe Werner Haberland. Wie der passionierte Motorradfahrer erzählt, plante er für den September vergangenen Jahres eine Alpentour durch Österreich mit seinem Bike und recherchierte dafür im Internet. Ganz zufällig sei er dabei auf eine Ankündigung gestoßen, dass in Oppenberg ein Alphornkurs angeboten wird – just zu seiner Reisezeit. Er nahm dies als schicksalshafte Fügung, rief dort an und bekam kurzfristig noch einen Platz. Und als am Ende des Kurses einige Teilnehmer ein kleines Musikstück über das Tal geblasen haben, stand sein Entschluss fest, so ein Ensemble auch in Letzlingen auf die Beine zu stellen. „Es war einfach fantastisch.“ Er hatte da auch schon, wie er erzählt, zwei, drei Mann im Hinterkopf, die er dafür begeistern könnte.

Und Werner Haberland wurde nicht enttäuscht. Heino Mewes war der Erste, der mit dem Alphornvirus infiziert wurde, als Werner Haberland mit seinem neu erworbenen Instrument zum Übungsabend der Jagdhornbläser erschien. Er bestellte ebenfalls ein Alphorn beim selben Instrumentenbauer im Schwarzwald. Denn es musste dieselbe Stimmung haben, wie der Grundton bei diesem imposanten Instrument genannt wird. Ansonsten kann es nicht mehrstimmig in der Gruppe gespielt werden, wie Werner Haberland beim Kurs gelernt hatte. Auch die recht hohen Kosten von rund 2000 Euro schreckten Heino Mewes nicht. Sie waren allerdings der Grund, warum sich Marcel Roder und Friedhelm Hennigs erst ein wenig später zum Kauf ihres Instrumentes entschlossen. Ausschlaggebend bei ihnen war, wie sie erzählten, der Auftritt einer Alphornbläsergruppe beim Bläsertreffen in Langenstein am 10. Oktober vergangenen Jahres.

Mitte November 2010 hatten dann alle vier ihre Alphörner, deren Klangkörper aus Fichtenholz, deren Ringe aus Erle und das Mundstück aus Eibe bestehen sowie zusammengesteckt 3.60 Meter lang sind. Und diese Größe ließ die Enthusiasten zunächst über einen entsprechend großen Übungsraum nachdenken. Werner Haberland fiel zum Glück die Kirche ein. Und nach einem Probeblasen stand für ihn fest, dass der Raum gefunden ist. „Ich war begeistert von der Akustik.“ Pfarrer Gerd Hinke war einverstanden. Und so treffen sich die vier Bläser seit November vergangenen Jahres regelmäßig am Montagabend im Gotteshaus, um intensiv zu üben. Mit Erfolg. Die Skeptiker, die die vier anfangs belächelt und geunkt haben, „ob das wohl was wird“, haben sie mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt, der auch ein Dankeschön für den Pfarrer war, eines Besseren belehrt.

Allerdings stellte sich das Spielen anfangs als nicht ganz so einfach dar. Denn, so schmunzelt Werner Haberland, mehrstimmiges Alphornblasen geht nur nach Noten, die seitdem intensiv gelernt werden. Auch brauche man mehr Druck, um das Material in Schwingung zu bringen und die schönen weichen Töne zu entlocken, die in der warmen Jahreszeit auch ab und zu in Letzlingen und der näheren Umgebung zu hören waren – je nach Windrichtung. Denn „Die Altmarkhörner´s aus Letzlingen“ verlegten ihre Übungsabende auch ab und zu mal nach draußen, so dass die Bewohner der flachen Altmark in den Genuss der Gebirgsmusik kamen. Und es muss ihnen wohl gefallen haben. Denn, so erzählt Friedhelm Hennigs schmunzelnd, „es hat sich keiner beschwert“.

Da die vier Musiker ihre öffentliche Feuertaufe mit Bravour gemeistert haben, können sie sich auch weitere Auftritte gut vorstellen. Wer Interesse hat, sie zu engagieren, kann sich an Gruppenleiter Werner Haberland, Telefon (03 90 88) 8 05 10 oder (01 73) 2 40 06 84, wenden.

Von Elke Weisbach

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