Altmark-Klinikum Gardelegen informiert über Corona-Pandemie

Corona-Bilanz in Gardelegen: „Psychisch war das extrem“

Zwei Menschen am Tisch
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Chefarzt Dr. Michael Schoof (links) und Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow zogen eine Corona-Bilanz.
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Das Altmark-Klinikum Gardelegen zieht nach einem Jahr Corona-Pandemie eine Bilanz. Die Entscheidung, die Corona-Patienten des Kreises in Gardelegen zu bünden, sei richtig gewesen, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow.

Gardelegen – In den nächsten Wochen erhalten 250 Mitarbeiter des Altmark-Klinikums – zu 85 Prozent jene Kollegen, die am Standort Gardelegen arbeiten – eine Corona-Prämie. Als finanziellen Ausgleich dafür, dass sie seit März 2020, also seit mehr als einem Jahr, extremen Belastungen ausgesetzt waren. „Und zwar physisch wie auch psychisch“, sagt Chefarzt Kay Wehde, der für die Corona-Intensivstation am Altmark-Klinikum Gardelegen verantwortlich ist. Dort wurde am 25. März 2020 der erste Covid-Patient eingeliefert. Bis heute wurden dort 80 Personen betreut, nicht alle haben überlebt. Aktuell hat sich die Lage aber entspannt: Derzeit liegen noch zwei Patienten auf der ITS.

Die Klinikumsleitung zog am Donnerstag in Gardelegen eine Bilanz der bisherigen Corona-Zeit. Die Entscheidung, die Corona-Patienten des Kreises in Gardelegen zu bündeln, sei „richtig gewesen“ sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow rückblickend. „Wir mussten neue Wege gehen und das ist uns gelungen.“

Einblicke in den Arbeitsalltag auf der Corona-Station in Gardelegen gab deren Pflegeleiterin Gabriele Friebus. Mit stockender Stimme erzählt sie, dass das Personal, mit Vollschutz arbeitend, oft die letzten Personen gewesen seien, die mit verstorbenen Corona-Patienten Kontakt gehabt hätten. Denn es herrschte Besuchsverbot. „Mit solchen Schicksalen mussten wir umgehen.“ Mitarbeiter seien beispielsweise bei privaten Arztbesuchen abgewiesen worden, als bekannt wurde, dass sie auf der Covid-Station arbeiten. „Wir kamen uns teilweise vor wie Verstrahlte.“

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