Kreisverwaltung: Teilweise fehlt das Fundament

Die alten Baumeister waren nicht perfekt

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Teilweise fehlt am Gebäude der Kreisverwaltungs-Außenstelle an der Philipp-Müller-Straße in Gardelegen das Fundament. Diese Versäumnisse müssen nun nachgearbeitet werden.

Gardelegen. Die alte Weisheit, dass der tatsächliche Sanierungsbedarf bei alten Gebäuden erst dann bekannt ist, wenn die Arbeiten begonnen haben, wird derzeit bei der Außenstelle der Kreisverwaltung in Gardelegen wieder bestätigt.

Da Wände trocken gelegt werden müssen, gilt es diese zu öffnen. Dabei entdeckten die Fachleute etwas, das die Herzen der Verantwortlichen nicht gerade höher schlagen lässt.

„Teilweise fehlt das Fundament“, unterstrich Michael Ziche in einem Pressegespräch. Hinzu kommt, dass der Baugrund am Gardelegener Wall nicht gerade ideal für Gebäude ist. Der Landrat zeigte sich trotzdem optimistisch, dass die Versäumnisse früherer Baumeister von den heutigen Spezialisten schnell beseitigt werden können. Was ein schlechter Baugrund für Folgen haben kann, zeigt sich am Beispiel der St. Katharinenkirche in Salzwedel. Obwohl das Gotteshaus seit Jahrhunderten steht, bedurfte es in jüngster Vergangenheit größter bauliche und finanzieller Anstrengungen, um das Gebäude vor dem Einsturz zu bewahren.

Soweit soll es in Gardelegen erst gar nicht kommen. Die Sanierungsarbeiten in dem historischen Objekt, das auch moderne Bedingungen für das Jobcenter bieten soll, laufen auf Hochtouren. So gilt es, die Elektro- und Heizungsanlage sowie die Sanitärräume auf Vordermann zu bringen. Außerdem sollen neue Decken untergehangen, gemalert und Bodenbeläge verlegt werden. Fachleute wollen die Innentüren im Westflügel aufarbeiten. Die wenigen vorhandenen bauhistorischen Türen gilt es nach Möglichkeit weiter zu nutzen. Ansonsten werden sie gesichert. Im vorhandenen Treppenhaus wird der Abgang in das Untergeschoss integriert. Im Unter-, Erd- und ersten Obergeschoss wird das Jobcenter untergebracht. Mitarbeiter der Kreisverwaltung arbeiten nach der Sanierung, die voraussichtlich Ende 2016 abgeschlossen werden sollen, im zweiten Obergeschoss. Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte wird ganz unten ein Beratungsraum hergerichtet. Die Arbeiten in der Kreisverwaltungs-Außenstelle in Gardelegen kosten insgesamt 1,9 Millionen Euro.

Von Christian Ziems

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