Bauarbeiten für Mutter-Kind-Zentrum im Gardelegener Altmark-Klinikum beginnen im Oktober

„Alles unter einem Dach“

Sozialministerin Petra Grimm-Benne übergab an Matthias Lauterbach den Fördermittelbescheid für das Mutter-Kind-Zentrum. Für dieses wird das hintere Gebäude um zwei Stockwerke ergänzt.

Gardelegen. Gestern sei ein Meilenstein erreicht worden, freute sich Matthias Lauterbach, Geschäftsführer der Salus Altmark Holding gGmbH. Denn gestern wurde der Fördermittelbescheid für ein Mutter-Kind-Zentrum im Gardelegener Altmark-Klinikum überreicht.

Dieses Zentrum sei laut Landes-Sozialministerin Petra Grimm-Benne wichtig, weil dann „alles unter einem Dach ist“.

Mit dem Mutter-Kind-Zentrum werden die Klinikbereiche der Geburtshilfe und Pädiatrie (Kinderheilkunde) vereint. Durch die räumliche Konzentration steige die Qualität, dies mache auch „den Standort attraktiv“, so die Sozialministerin weiter. Das Zentrum sei zudem ein innovatives Beispiel, dass es in den nächsten Jahren in Krankenhäusern Prozesse geben wird, die „starre Strukturen auflösen“, so der Ärztliche Direktor des Altmark-Klinikums, Dr. Michael Schoof. Dadurch könne „auf kurzen Wegen schnell entschieden werden“.

Diskussionen über solch ein Zentrum gab es bereits 2014. Damals wurde laut Matthias Lauterbach überlegt, „wie sich das Krankenhaus medizinisch entwickeln soll“. Dabei sollte „unbedingt die Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe erhalten bleiben“. Es wurde das Mutter-Kind-Zentrum initiiert. Daraufhin fanden 2016 Analysen unter anderem zur Auslastung und Verweildauer statt, deren Ergebnisse nun umgesetzt werden. Dazu gehört neben dem Mutter-Kind-Zentrum, welches als neues Stockwerk auf dem Gebäude links des Haupteingangs entsteht, die Schaffung eines Bereitschaftszimmers für Ärzte sowie Pflegepersonal, Logistik- und Funktionsräume sowie Zwei-Bett-Zimmer und damit auch der Abbau von Betten. So gibt es jetzt insgesamt 218 Betten, nach der Baumaßnahme nur noch 180. Und damit werden die Kapazitäten an den zukünftigen Bedarf angepasst, erklärte Matthias Lauterbach. Weiterhin sind eine Tagesklinik (die jetzige wird erweitert) und eine Kurzliegerstation geplant. Dort können Patienten von Montag bis Freitag untergebracht werden – und zwar dort, wo nun ein Teil der Orthopädie/Unfallchirurgie ist. Außerdem ziehen einige Stationen in andere Gebäudebereiche des Krankenhauses um. So sei laut Matthias Lauterbach in der jetzigen Kinderklinik dann der stationäre Betrieb.

Das Gebäude links vom Haupteingang des Gardelegener Altmark-Klinikums wird aufgestockt. Dort entsteht das Mutter-Kind-Zentrum (graues Stockwerk).

Für das Zentrum wurde im Juli die Baugenehmigung erteilt, erste Maßnahmen – die Station G 6 wurde leergezogen – für den dann im Oktober beginnenden ersten Bauabschnitt laufen bereits. Die Bauzeit beträgt in insgesamt sieben Bauabschnitten bei laufendem Betrieb voraussichtlich zweidreiviertel Jahre. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich auf knapp 6,8 Millionen Euro. Finanziert werden diese durch Fördermittel vom Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Davon wird das Mutter-Kind-Zentrum gebaut. Außerdem werden der Bettenabbau und die Umwandlung der Abteilung Orthopädie/Unfallchirurgie in die Kurzliegerstation mit 2,1 Millionen Euro von der Krankenhausstrukturfondsverordnung (KHSFV) jeweils zur Hälfte vom Land und vom Bund gefördert. Das Altmark-Klinikum beteiligt sich mit Eigenmitteln in Höhe von 1,44 Milionen Euro.

Mit dem Kinderzentrum wird „für den Standort Gardelegen ein lang gehegter Wunsch umgesetzt“, erklärte abschließend Landrat Michael Ziche.

Von Ina Tschakyrow

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