Trinkwasserversorgung in der Einheitsgemeinde trotz weniger Regenfälle nicht gefährdet

„Alles im grünen Bereich“

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Die Altmark ist derzeit Wüstenland – da fühlt sich ein Kamel in Brunau wie zuhause.

Gardelegen. „Noch muss keiner Angst haben, seine Blumen nicht mehr bewässern zu können“, so die Geschäftsführerin des Gardelegener Wasserverbandes, Katja Rötz, „die Lage hat sich momentan wieder beruhigt, es ist alles im grünen Bereich“.

In der vergangenen Woche gab es einige kühle Tage, sodass es keine allzu hohen Wasserentnahmen gab.

Aber auch wenn Trinkwasser, vor allem an heißen Tagen wie in der letzten Zeit, vermehrt zum Gießen oder zum Befüllen von Pools genutzt wird, ist die Versorgung nicht gefährdet, versichert die Geschäftsführerin. Denn die Wasserentnahmen würden sich wieder ausgleichen, es gebe immer Tage, an denen mehr und welche, an denen weniger Trinkwasser verbraucht wird. Dennoch gab es in den vergangenen Wochen bereits an zwei der insgesamt vier Wasserwerke des Verbandes – Gardelegen, Wiepke, Solpke und Bismark – Überschreitungen der Wasserrechte, also der maximalen Tagesmengen der Trinkwasser-Nutzung aus Brunnen.

Die erste Überschreitung war am 25. Mai in Gardelegen, in den darauffolgenden Tagen wurde die Tagesmenge von 4500 Kubikmeter geringfügig überschritten, so Katja Rötz. Ebenso wie beim Wasserwerk in Wiepke, wo die letzte Überschreitung der Tagesmenge von 1800 Kubikmeter am 15. Juni erfasst wurde. In Solpke liegt die maximale Tagesmenge bei 1700, in Bismark bei 1050 Kubikmeter. Aber auch hierbei „befindet sich alles im Rahmen“, erklärt die Geschäftsführerin, „denn bei mehr Sonne wird nun mal auch mehr Wasser genutzt“. Es sei außerdem wichtig, dass die Jahresmengen an Trinkwasser nicht überschritten werden. Und der Vergleich dieser zeige, dass „wir nicht zu befürchten haben, dass das Wasser alle wird“.

Falls die Wasserwerke mit der Förderung doch mal „nicht hinterkommen, wird Trinkwasser abgespeist“. Und zwar aus den Hochbehältern Breiter Weg bei Kakerbeck, dort sind unterirdisch zwei Kammern mit je 1500 Kubikmetern gefüllt, und am Prützenberg bei Weteritz, in diesen Kammern befinden sich je 2500 Kubikmeter Trinkwasser. Und wenn diese, das sei aber nicht absehbar, leer wären oder ein größerer Rohrbruch passiert, gebe es Engpässe bei der Versorgung.

Neben dieser sei während der heißen Tage auch die Überprüfung der Qualität, besonders an sogenannten Endsträngen, wichtig. Diese befinden sich am Ende einer Wasserleitung und können sich bei Stagnation auf bis zu 20 Grad Celsius – die Temperatur beträgt sonst sieben bis zehn Grad Celsius – erwärmen. Und je höher die Temperatur, desto höher die Gefahr der Verkeimung. Deswegen werden die Leitungen an solchen Stellen gespült, dieser Wasseraustausch ist für die Trinkwasserqualität gewünscht und erforderlich. Aber noch seien solche Probleme nicht aufgetreten. Und auch wenn es ebenso noch keine Probleme mit der Trinkwasserversorgung gebe, „sollte dennoch sorgsam mit Wasser umgegangen werden“, so Katja Rötz.

Von Ina Tschakyrow

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